Beat Iseli, Inhaber von Aaretal Reisen in Münsingen, bringt das Jahr 2010 auf den Punkt: «Trotz vielen Problemen war es eine gute Saison für uns.» Die Probleme hatten vor allem mit den Ausfällen der Dash von Skywork zu tun, wie Iseli ausführt: «Die Flugpannen waren eine echte Zerreissprobe, und unser Personal war psychisch an der Grenze.»
Das Geschäftsmodell von Aaretal ist klar auf Flüge ab Bern ausgerichtet. Dies hat aber im vergangenen Sommer nicht immer funktioniert. Statt ab Bern mussten die Flüge teilweise ab anderen Schweizer Flughäfen durchgeführt werden. «Den dadurch erlittenen Verlust für Aaretal würde ich auf rund 10% beziffern. Wir haben viele Stammkunden, die ab Bern fliegen wollen und dafür auch mehr bezahlen. Das muss aber funktionieren. 2010 waren wir mit vielen Reklamationen konfrontiert, und nun ist es schwierig, das Vertrauen wieder herzustellen. Skywork hat die Probleme zwar immer heruntergespielt, aber nicht nur wir, sondern auch der Flughafen Bern hat darunter gelitten», ärgert sich Iseli, der die Vergangenheit mit Skywork nun gerne bewältigen möchte und hofft, dass er mit der Berner Airline zusammensitzen kann.
Besonders gut gelaufen seien 2010 Mallorca, Menorca und Olbia. «Das neue Flugziel Hammamet wurde zu Beginn harzig gebucht vermutlich weil wir mit dem Montag den falschen Flugtag hatten. Im nächsten Jahr fliegen wir deshalb am Sonntag. Im Lauf der Saison kam Hammamet dann besser in Schwung, und der Herbst war gut», so der Aaretal-Chef. Der Herbst sei allgemein sehr gut gelaufen. Enttäuscht war er von Cagliari: «Die Hotels dort sind einfach zu teuer. Deshalb werden wir Cagliari mit Ausnahme einiger Hotels, die von Tortoli aus erreichbar sind, nicht mehr anbieten.»
Für 2011 ist Iseli zuversichtlich: «Wir sind bereit und nehmen den Kampf auf. Die Entscheidung, den Hauptflugpartner von Skywork zu Helvetic Airways zu wechseln, war nicht leicht. Aber ich hatte keine andere Wahl. Mit Skywork haben wir uns nicht mehr gefunden, und bei Helvetic hat alles zusammengepasst.»
Das Flugangebot ab Bern ist im kommenden Jahr massiv grösser als bisher. «Mit rund 40000 Charterplätzen wurde das Totalangebot ab Bern mehr als verdoppelt. Plötzlich gibt es sechs Flüge nach Griechenland, in diesem Jahr hatten wir nur 140 Plätze. Ein anderes Beispiel ist Mallorca: Wir haben 100 Plätze bei Helvetic, Universal 2 x 50 Plätze auf Darwin, und Skywork fliegt auch zweimal. Flüge ab Bern-Belp sind eine gute Sache, aber wir können die Passagierzahlen nicht beliebig vergrössern. Was klar ist: In einem bisher geschützten Markt kommen die Preise nun unter Druck.»
Im Katalog 2011, der in der zweiten Januar-Woche in die Reisebüros kommt, findet man neben den bewährten Destinationen Korsika, Sardinien, Elba, Parga, Lefkada, Mallorca, Menorca und Hammamet zwei weitere Ziele: Reus an der Costa Dorada und Brindisi. Städte-reisen werden nach wie vor auf Skywork-Flügen ab Bern nach Barcelona, Berlin und Hamburg sowie nach München (Cirrus/Lufthansa) und Paris (Air France) durchgeführt.
Reus mit dem Helvetic-Vollcharter ist für Aaretal eine absolute Wunschdestination: «Die Zusammenarbeit mit dem PEP läuft super. Wir haben bereits 2010 sehr gut verkauft, aber der Transfer ab dem Flughafen Barcelona war einfach zu lang. Nun können wir eine ideale Lösung für die Anreise zu diesem in der Schweiz sehr beliebten und bekannten Resort anbieten.»
In der zweiten neuen Destination Brindisi hat Aaretal nebst Badeferienhotels verschiedene Masserie (Gutshöfe) und Trulli (Steinhäuser) im Angebot. Die wichtigsten News aus den anderen Destinationen: Neue Privatvillen für Familien mit zwei bis drei Schlafzimmern in Parga und Lefkada, zusätzliche Bungalow- und Appartement-Anlagen auf Menorca sowie zwei Riu-Hotels in Hammamet.
Chris Probst
Frühbucherrabatt bis Ende April
Bis Ende April gewährt Aaretal einen Frühbucherrabatt von CHF 100 für Erwachsene und CHF 50 für Kinder gültig auf alle Angebote. «Bis dann ist der Sommer gebucht, und der Herbst läuft danach sowieso», erklärt Beat Iseli. Zusätzlich gibt es in einigen Häusern 5 bis 20% Frühbucherrabatt der Hotels.
Die Preise werden laut Iseli generell rund 10% günstiger als 2010. Gründe: günstigere Flüge und der Euro-Kurs. Aaretal plant die Saison mit Sonderangeboten, welche jetzt schon buchbar sind, aber ohne Last-Minute-Angebote.
CP
Ausbau des Aaretal-Teams
Bis Anfang 2011 wird Aaretal fünf neue Mitarbeitende eingestellt haben darunter drei Quereinsteigerinnen und kommt so auf einen Mitarbeiterbestand von 21 Personen. «Ich brauche genug gute Leute, um die Plätze aktiv an die Kunden bringen zu können. 2011 haben wir immerhin rund ein Drittel mehr Plätze zu verkaufen als 2010», erklärt Beat Iseli.
Rund 80% des Umsatzes erzielt Aaretal mit der Eigenproduktion; die restlichen 20% entfallen auf den Wiederverkauf. Ungefähr 60% der Eigenproduktion verkauft Aaretal über Agenten.
CP



