Klotzen statt kleckern (Ausgabe 2008-20)

Simon Benz über den Arabian Travel Market

In den Hallen des Dubai International Convention & Exhibition
Centre fand der 15. Arabian Travel Market (ATM) statt und schlug erneut
alle Rekorde: Mehr Aussteller aus mehr
verschiedenen Ländern sowie mehr Besucher.

Unter den Besuchern waren auch einige Vertreter Schweizer
Touroperators, die die Messe nutzten, um Kontakte zu pflegen und neue
zu schliessen. Auf die Schweizer Veranstalter wird wohl eine
interessante Zeit zukommen. Die Hotels in Dubai sind heute noch sehr
teuer und nicht selten gibt es Verfügbarkeitsengpässe. Werden aber erst
einmal das Atlantis auf der Jumeirah Palm eröffnet und die Dubai Marina
fertig gestellt sein, könnte sich die Situation
etwas zugunsten der Veranstalter ändern.

Dass Dubai mehr Hotels braucht, steht fest, denn die Zahl der Einreisen
hat sich in den letzten zehn Jahren vervielfacht. Während 1996 jährlich
rund 150000 Touristen das Emirat besuchten, waren es 2007 knapp sieben
Millionen Touristen. Bis 2010 sollen es zehn Millionen werden und bis
2015 werden sogar 15 Millionen jährliche Besucher erwartet. Der ATM ist
aber nicht nur eine Incoming-, sondern auch eine Outgoing-Messe und
entsprechend vielseitig war somit das Angebot aus aller Welt.

Die Messehallen waren unterteilt in verschiedene Kategorien,
beispielsweise in Hotels, Mittlerer Osten und Europa – darunter die
Schweiz – oder auch Tourism Developments, die eine
ganze Halle zur Verfügung hatten. Die Hälfte der Halle der
touristischen Entwicklungen nahm alleine der Stand des Dubailand ein,
an welchem beinahe ohne Unterbrechung ein Showact auf den andern
folgte. Mit musikalischen Einlagen oder Interviews mit bekannten
Sportgrössen wurden die Besucher auf das vielseitige Programm von
Dubailand eingestimmt.

Was Dubai braucht, sind Touristen, die ihren Urlaub im Emirat
verbringen und nicht bloss auf dem Weg von A nach B einen zweitägigen
Zwischenstopp einlegen. Abgesehen von der Anzahl der Hotelbetten
braucht es in Dubai wie auch in den anderen Emiraten Touristenmagnete.
Das riesige Dubailand oder der Worlds of Discovery-Vergnügungspark, der
ab 2012 die Spitze der künstlichen Insel Palm Jebel Ali bilden wird,
sollen künftig die Touristen nach Dubai locken. Setzt sich die
Entwicklung Dubais in selbem Mass fort, wie dies in den letzten zehn
Jahren geschah, wird wohl auch in Zukunft eher geklotzt als gekleckert.