Knecht Reisen: Statt geplantem Minus gibt es ein klares Wachstum (Ausgabe 2013-19)

Die Nummer vier der Branche hat 2012 über den eigenen Erwartungen gewirtschaftet.

Knecht Reisen hat ein weiteres starkes Jahr hingelegt – das zweitbeste in der Firmengeschichte. Obwohl die durchschnittlichen Verkaufspreise um 8% sanken, konnte der Umsatz um 2,2% gesteigert werden; dies bei gleichzeitigem Pax-Wachstum um 5%.

Die Knecht Reisen AG – zu welcher Knecht Retailing, Knecht Touroperating, Knecht Luzern, Agrar Reisen, Voyageplan und Lohri gehören – erzielte einen Umsatz von CHF 114,63 Mio. Zählt man noch die Firmen hinzu, welche die Knecht Reisegruppe ausmachen – also KN Travel Sydney, Baumeler/Kira, Mittelthurgau Retail (Markenname inzwischen verkauft), RHZ, Royal Reisen und Vasellari –, beträgt der Umsatz CHF 154,5 Mio. 

Wie üblich sind hierin weder die Umsätze von Eurobus (CHF 109 Mio.) noch die Erträge aus den Beteiligungen an Tourasia, Rina Reisen und TTS enthalten, weil Letztere von Gesetzes wegen nicht konsolidiert werden müssen. Zusammengenommen kommt die Knecht Gruppe auf CHF 270 Mio. Umsatz, womit sie klar der viertgrösste Reiseveranstalter der Schweiz ist.

«Nachdem wir ein Umsatzminus von 5% budgetiert hatten, sind wir mit einem Plus von 2,2% natürlich sehr zufrieden», kommentiert CEO Roger Geissberger. Interessant: Das Retailing verblieb praktisch auf Vorjahresniveau (+0,15%), während im Touroperating markante Zuwächse verzeichnet wurden. «Wir haben bei der Vermittlung von Massenprodukten verloren», konstatiert Geissberger. Mit Retailing von Angeboten Dritter wurden nur noch CHF 28 Mio. der total CHF 50,8 Mio. Retailing-Umsatz eingenommen, dafür wuchs der Absatz eigener Produkte um 5%. Insgesamt betrug der Retailing-Anteil am Umsatz 46%; der Anteil aus dem TO lag folglich bei 54%.

Mit dem Gewinn auf Stufe EBIT ist Geissberger sehr zufrieden. Die EBIT-Marge lag bei 4,54%, leicht unter dem Vorjahr (4,61%), «im effektiven Gewinn aber höher» und im Branchenvergleich überdurchschnittlich. Die Nettogewinnmarge ist mit 3,74% unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Auch in den einzelnen TO-Sparten konnte Knecht zulegen. Das Südliche Afrika und Südamerika/Zentralamerika erzielten Nettogewinne von über 2,5%. Bei USA/Kanada, Heliski und Australien gab es ebenfalls Nettogewinne. Rückgänge gab es bei Knecht Luzern (–4,05%), Voyageplan (–4,79%) und Baumeler/Kira (–0,71%). Geissberger ist aber zuversichtlich: «Voyageplan liegt aktuell 35% über Vorjahr, und ich bin sicher, dass auch Kira dieses Jahr wieder in die schwarzen Zahlen kommt.»

Das Budget sieht jedenfalls 4% Umsatzwachstum vor. Aktuell liege man mit 5,13% sogar darüber.

Jean-Claude Raemy