Kommen Überschall-Passagierflugzeuge je zurück? (Ausgabe 2013-44)

Zehn Jahre ist es her seit dem letzten Concorde-Flug.

Am 24. Oktober 2003, also vor genau zehn Jahren und einer Woche, wurde der letzte kommerzielle Concorde-Flug von London nach New York durchgeführt. Dem Ende der Überschallflug-Ära trauern heute noch viele nach. 

Bei ihrem Erstflug von London nach Bahrain 1976 war die Concorde ein Symbol der Luftfahrtzukunft. Auch Rio de Janeiro, Singapur oder Barbados wurden angeflogen. Das Flugzeug erreichte Mach 2 (2400 km/h) und flog auf bis zu 18000 m Höhe. Die Strecke London/Paris–New York wurde in 3,5 Stunden bewältigt – doppelt so schnell wie heutige Jets. 

Allerdings verbrauchte eine Concorde auch ein Vielfaches an Treibstoff und bot nur 100 Plätze. Tickets waren entsprechend teuer. Zum Vergleich: Eine B-747 hat bis zu 345 Plätze, ein A380 bis zu 525 Plätze. In Sachen Komfort hielt die Concorde aufgrund flugtechnischer Einschränkungen nie mit grossräumigen Flugzeugen mit. Und mit einer Reichweite von 4140 Meilen (bei der B-747: 8350 Meilen, A380: 9750 Meilen) war der Radius ziemlich eingeschränkt. Als die USA Überschallflüge verboten, kam es zur Stornierung zahlreicher Concorde-Bestellungen. So wurden total nur 16 Concordes gebaut, die letzte bereits 1979.

Der Superjet war nie ein kommerzieller Erfolg. Der Absturz in Paris im Jahr 2000 mit 113 Toten läutete den Niedergang ein, die Probleme der Luftfahrtindustrie nach 9/11 versetzten den Todesstoss. Air France und British Airways stellten die Concorde-Flüge 2003 ein. 

Trotz der Hoffnungen von Romantikern, dass sich Airlines aus Golfstaaten oder Asien für Überschalltechnik interessieren mögen, ist eine baldige Rückkehr solcher Jets vorläufig ausgeschlossen.

JCR