Eines der wichtigsten und schwierigsten Themen des ablaufenden Jahres war für viele Bran-
chenvertreter, allen voran SRV-Präsident Hans-Jörg Leuzinger, das
Vorzugspreismodell von Swiss und Lufthansa. Die konkreten Auswirkungen
für die Reisebüros halten sich zwar noch in Grenzen Kunden aller GDS
müssen (noch) keine Segmentgebühren für die Buchung von Vorzugspreisen
bezahlen aber zusätzliche Prozesskosten fallen mindestens zum Teil an.
Die Entwicklung 2009 wird wohl genauso spannend werden wie 2008. Halten
die Vereinbarungen von Travelport und von Sabre mit Lufthansa und
Swiss? Gelingt es Amadeus, die beiden Airlines insbesondere die
Lufthansa in die Knie zu zwingen? Oder gibt es sogar eine gütliche
Einigung dieser beiden Kontrahenten?
Was geschieht, wenn der Streit nicht gelöst wer-den kann? Müssen dann
die Schweizer Amadeus-Kunden genau so wie ihre deutschen Kollegen doch
eines Tages GDS-Gebühren bei Buchung der Vorzugspreise bezahlen? Was
läuft auf rechtlicher Ebene? Wird es entscheidende
Gerichtsurteile geben? Fragen über Fragen
Und es könnte 2009 noch dicker kommen. Bisher beschränkten sich die
Diskussionen auf die beiden Airlines Swiss und Lufthansa. Es wäre
allerdings naiv zu glauben, dass dies so bleibt. Andere
Fluggesellschaften beobachten die Auswirkungen und die Akzeptanz des
Vorzugspreismodells von Swiss und Lufthansa ganz genau.
Mindestens von einem Airline-Bündnis, Air France-KLM, weiss man sogar
konkret, dass GDS-Gebühren geplant sind. Mindestens im KLM-Heimmarkt
Niederlande. Die Massnahme soll zwar weltweit zur Anwendung kommen,
allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen pro Markt. Was das für
die Reisebüros in der Schweiz bedeutet, ist noch nicht abzusehen. Henri
Hourcade, Vice President Corporate and Distribution von Air France und
KLM, ist in seinen Aussagen nicht eindeutig. Einerseits spricht er
davon, dass nicht geplant sei, in der Schweiz Gebühren zu verlangen.
Andererseits sagt Hourcade aber auch, dass für die Schweiz noch keine
Entscheidung getroffen worden sei. Was ja heissen würde, dass noch
offen ist, ob es GDS-Gebühren gibt oder nicht.
Einen wesentlichen Unterschied gibt es zu Swiss/Lufthansa: Air
France-KLM hat nur ein Problem mit Travelport, also mit den beiden GDS
Galileo und Worldspan. Sabre- und Amadeus-User haben offenbar nichts zu
befürchten. Es bleibt spannend, auch 2009!



