Die Flugpreise sind je nach Buchungskanal unterschiedlich. Die verschiedenen Online-Buchungsplattformen und die Airline-Websites stehen dabei in Konkurrenz mit den GDS. Und letztere verfügen nicht immer über den günstigsten Preis, wie sich an diesem Beispiel zeigt:
Ein Flug mit Aer Lingus von Dublin nach Zürich kostet für den 26. Juli über Galileo CHF 348.50. Über den Metasearcher Swoodoo sowie über die Website von Aer Lingus ist derselbe Flug bereits für EUR 136 (ca. CHF 169) zu haben. «Dass Aer Lingus seine günstigsten Tarife den GDS respektive den Reisebüros nicht zur Verfügung stellt, passt scheinbar in die heutige Zeit», ärgert sich René Blum (Parade Reisen, Zürich). «Man fragt sich einfach, ob man vor jeder GDS-Buchung auch noch die Portale konsultieren muss, um den besten Preis zu erhalten.»
Für die GDS ist diese Thematik nicht neu. «Es kann passieren, dass einzelne Airlines einen Tarif nicht ans GDS weitergeben, sondern über eigene Vertriebswege in der Regel über die eigene Website verkaufen wollen. Diese Tarife können wiederum über Meta-Searcher wie Swoodoo gefunden werden», erklärt Dieter Rumpel (Travelport).
Chris Dorner (Sabre) fügt an, dass gerade bei Meta-Searchers vielfach auch Tarife angezeigt werden, welche gar nicht mehr buchbar sind (nicht availability geprüfte Preisabfrage). «Im GDS zeigen wir jedoch direkt die noch verfügbaren Tarife an. Eine Airline kann sich auch vorbehalten, gewisse Angebote exklusiv, z.B. nur auf der eigenen Homepage, anzubieten», so Dorner.
Dass es auch in Zukunft einzelne Preisdifferenzen zwischen den Distributionskanälen und den GDS geben wird, dessen ist sich auch Cornel Küng (Amadeus) bewusst. Diese Stichproben können aber je nach Markt und GDS variieren und auch die individuellen GDS Content-Verträge mit den Airlines können voneinander abweichen. «Grundsätzlich viel wichtiger ist jedoch, die Stichproben im Kontext der Gesamtbuchungen zu betrachten. Immerhin halten sich weltweit die beiden Kanäle in etwa die Waage. Eine eindeutige Diskriminierung des indirekten Kanals des Reisebürokanals über GDS auf breiter Front würde wohl schnell zu starken Verschiebungen führen», so Küng.
Die Gesamtmarktentwicklung auf der Basis der Transaktionsvolumina in z.B. westlichen, tendenziell gesättigten Märkten sei, so erklärt Dorner, über die Jahre stabil geblieben. Dies trotz des Rückgangs der traditionellen Reisebüros, was primär über den Online-Kanal aufgefangen wurde.
Eine Zentrale Frage steht laut Blum noch im Raum: Können Reisebüros den Tarifen der GDS noch vertrauen oder muss an deren Wettbewerbsfähigkeit gezweifelt werden? Laut den GDS bleibe man aber absolut wettbewerbsfähig, denn es würden nahezu alle Flugtarife und Verfügbarkeiten im Markt über die GDS vertrieben und nur ein sehr kleiner Teil des Angebots laufe daran vorbei.
Die GDS betonen jedoch, dass dazu nicht nur die Tarife, sondern auch deren Verfügbarkeiten und in zunehmendem Masse auch die Zusatzleistungen zählen. «Der Trend des Unbundling und Rebundling kann dazu führen, dass in einem GDS-Tarif Leistungen inbegriffen sind, welche zum Beispiel beim billigsten Tarif im direkten Kanal nicht inbegriffen sind», so Küng. Entsprechend müsse darauf geachtet werden, dass beim Preisvergleich stets Äpfel mit Äpfeln verglichen werden.



