KRISENRESITENTERE SCHWEIZER LUFTFAHRT (Ausgabe 2009-14)

Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Luftfahrtmagazins SkyNews.ch

Die internationale Luftfahrt wird von der Finanzkrise arg gebeutelt.
Die IATA (International Air Transport Association) rechnet mit einem
grösseren Rückgang der Nachfrage als nach den Terroranschlägen von
2001. Für 2009 prognostiziert sie einen Passagierrückgang von 5,7
Prozent und einen 13-prozentigen Einbruch beim Frachtverkehr. Dadurch
würden den IATA-Mitgliedern Verluste in der Höhe von 4,7 Milliarden
US-Dollar entstehen, teilt der Branchenverband mit.

Auch die Schweizer Luftfahrt leidet. Insbesondere bei der Business
Aviation hat sich ein drastischer Einbruch eingestellt. Airtaxi-Kunden
fliegen wieder vermehrt auf Linienflügen. Und Business- Fluggäste
nehmen vermehrt in der Economy Class Platz. Dennoch gibt sich die
Schweizer Airline-Industrie zuversichtlicher: Swiss nimmt diesen
Frühling mit den Airbus A330-300 nicht nur neue, sondern auch noch
zusätzliche Flugzeuge (ein A320) in Betrieb. Der Flughafen Zürich wird
diesen Sommer – um ein Beispiel zu nennen – wieder von US Airways
angeflogen und Delta legt neu auch einen New-York-Flug auf.

Air France hat in der Krise Mut bewiesen und die Strecke Bern–Paris
eröffnet – und ist erfolgreich. Mit KLM be-dient Air France neu die
Strecke Basel–Amsterdam. Das ist übrigens nur eine von elf neuen
Liniendestinationen ab dem Euroairport. Air Canada verbindet neu Genf
mit Montreal, um ein weiteres positives Beispiel zu nennen. Dem
gegenüber stehen zwar einige Strecken- einstellungen und Ausdünnungen,
aber die Branche scheint «unter dem Strich» an den Markt Schweiz zu
glauben.

Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass die Swiss ihre eigene Krise
erfolgreich überwunden hat und nun gut aufgestellt die
Herausforderungen der aktuellen Situation meistern kann. Die
rückläufige Nachfrage aus dem Heimmarkt Schweiz konnte sie bislang mit
mehr Umsteige- passagieren nahezu wettmachen. Dabei zeigt sich einmal
mehr, wie wichtig ein gut funktio- nierender Hub Zürich ist. Im Vorfeld
von Flughafen-Moratoriums-Abstimmungen kann dies nicht genügend oft
betont werden.ꆱ