Die Buchungssaison ist voll in Gang. Die bange Frage: Haben die
Schweizer die Krise von 2009 gemeistert? Die meisten befragten Retailer
berichten von einem guten Start im Januar; seither habe das Geschäft
jedoch nachgelassen, sodass man aktuell etwa auf Vorjahresniveau oder
knapp darunter liege. Wird zudem billiger gebucht? Reto Christoffel
(DesTour Sargans) stellt keine höhere Preissensibilität der Kunden
fest, doch sei der Auftragsbestand noch nicht da, wo er sein sollte.
René Bättig (RMR Reisen Schaffhausen) hat dagegen «erfreuliche Zahlen»:
«Wenn wir mit den Vorjahren vergleichen, dann wird zurzeit vor allem im
hohen Preissegment gebucht.» Marcello Brunner (MTS Zürich) sieht
beides: «Bei einigen Kunden heisst es, dieses Jahr könne man sich keine
teuren Ferien leisten. Jedoch verkaufen wir auch teure Ferien.»
Für andere Retailer kam die Preissensitivität nicht mit der
Wirtschaftskrise. Gian-Marco Caderas (Traveller Chur): «Parallel zum
Markteintritt der deutschen Anbieter gab es immer tiefere Preise und
immer mehr Spezialangebote, und daran haben sich die Kunden gewöhnt.»
Christian Cabane (Cat Travel Basel) stellt fest, dass Pauschalreisende,
die ihr Ferienbudget optimal einsetzen wollen, sich immer mehr beraten
lassen, «damit sie nicht die Katze im Sack buchen».
Einig sind sich die Retailer, dass das Internet in direktem
Zusammenhang zur Preissensibilität steht. Daniel Kiefer (Dantours
Schönenwerd): «Die Kunden sind heute einfach besser informiert, auch
beim Vergleich zwischen schweizerischen und deutschen Anbietern. Wir
sind gezwungen, die Preise genau zu vergleichen, bevor wir offerieren.»
Christoffel bringt es auf den Punkt: «Ich habe den Eindruck, dass
wirklich alle Kunden das Internet konsultieren.»
Martin Reber (Schär Bern) führt die Zurückhaltung nicht auf den Preis
zurück: «Die Preissensibilität ist nicht mehr zu steigern. Sie drückt
sich aus mit permanenten Vergleichen mit dem Internet, bei TOs, bei
Leistungsträgern, bei Airlines. Am Schluss kommt einigen noch der
Retailer in den Sinn.»



