Ab dem kommenden Winter operiert Edelweiss Air offiziell als
Swiss-Tochter. Durch die neuen Besitzverhältnisse der Edelweiss Air
werden Buchungen über www.edelweissair.ch, die heute noch über das
Reservationssystem von Kuoni abgefertigt werden, ab dem 26. Oktober auf
www.swiss.com umgeleitet. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar. Der
Einfluss der starken Mutter macht sich auch anderorts bemerkbar,
beispielsweise verschwindet der bewährte EDW-Code von der Bildfläche.
Der neue WK-Code ist die erste zweistellige Flugnummer, die
ausschliesslich von Edelweiss Air benutzt wird und daher in Zukunft
verwendet werden soll.
Durch die Zusammenarbeit mit Swiss ist es möglich, dass die Flugpreise
über die Edelweiss-Website bei geringer Nachfrage deutlich unter den
Preisen der TOs liegen. Kuoni mit dem Verkauf der Airline von der
Mutter zum besten Kunden geworden sieht sich davon wenig beeindruckt.
Man vertraut den eingekauften Kontingenten und den vereinbarten
Preisen. Ausserdem ist Edelweiss kein Low-Cost-Carrier und bietet im
Gegensatz zu den Billigfliegern nur eine geringe Anzahl an billigen
Flugtickets an. Vor einem aggressiven Preisdumping von Seiten Edelweiss
beziehungsweise Swiss braucht sich Veranstalter Kuoni also nicht zu
fürchten.
Ebenfalls nicht vor dem Internet fürchten muss sich M-Travel
Switzerland (MTCH), denn das Unternehmen hat gleich ganze
Flugkontingente von Belair/Air Berlin eingekauft. Dadurch vermindert
sich das Risiko, durch billige Internet-Tickets auf den eigenen Plätzen
sitzen zu bleiben. Durch die gesteigerte Anzahl Charterplätze für den
kommenden Winter sieht sich das Unternehmen jedoch mit einem
zusätzlichen Absatzrisiko von 40 bis 45 Prozent konfrontiert. Damit
fährt MTCH genau die entgegengesetzte Strategie von Konkurrent Kuoni,
der mit dem Verkauf der hauseigenen Fluggesellschaft das Charterrisiko
weitgehend reduzierte.
Welche Auswirkungen die neuen (Preis-)Verhältnisse und das grosse
Flugangebot auf die Veranstalter und die Airlines haben, zeigt sich
Ende der Winterrotation. Unter Umständen könnten Zusatzkontingente und
Preisdifferenzen dem Markt einen Aufschwung des Last-Minute-Geschäfts
bescheren. Auf alle Fälle aber wird es sich für die Endkunden lohnen,
den Markt, beziehungsweise die Preisentwicklungen, zu beobachten und
Angebote miteinander zu vergleichen. Was heute Gültigkeit hat, kann
morgen schon ganz anders aussehen.



