Kuoni: Verwaltungsrat wird zunehmend kritisch hinterfragt (Ausgabe 2013-33)

Die letzten sechs Kuoni-CEO haben ihr Amt nicht freiwillig hergegeben.

Nächste Woche präsentiert Kuoni seine Halbjahreszahlen. Dass dann auch ein Nachfolger für den gefeuerten Konzernchef Peter Rothwell präsentiert wird, ist unwahrscheinlich. Noch ist die Evaluation von Nachfolgekandidaten in Gang – obwohl Rothwell seit bald zwei Monaten weg ist und der VR schon lange davor über seinen Abgang beriet.

Diese Prozedur hat zu interner und externer Kritik am Kuoni-VR geführt. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Interims-CEO eingesetzt wird, um Vakanzen zu überbrücken. Auch die Diskussion um Rothwells Salär ist kein Novum: «Abzockerdebatten» wegen Bezügen von Kuoni-Obersten gab es schon mehrmals. Rothwell ist zudem bei weitem nicht der erste CEO, welcher Kuoni unfreiwillig verlässt: Seine fünf Vorgänger erlitten alle dasselbe Schicksal, wobei in jener Zeit auch einige VR-Präsidenten entmachtet wurden.

Namen von Anwärtern auf den begehrten Kuoni-CEO-Schleudersitz sind noch nicht durchgesickert. Insider gehen davon aus, dass nicht ein Interner das Rennen machen wird, obwohl mit Stefan Leser (Leiter Outbound & Specialists) ein klarer Interessent zur Verfügung steht. Der interimistische CEO Peter Meier (CFO) hat bislang keine öffentlichen Akzente gesetzt, die Ambitionen auf den Top-Job verrieten. Dass keiner von beiden auf den Schild gehoben wurde, ist ja auch ein Zeichen.

Gerüchte gibt es einige. Top-Tipp Peter Fankhauser, der Vorstandsvorsitzende der Thomas Cook AG, hat aber bereits abgewunken. Doch die Auswahl ist gross: Es muss kein Touristiker gewählt werden, wenn man etwa sieht, wie Harriet Green, vormals Chefin einer Stromfirma, derzeit erfolgreich Thomas Cook umbaut.

Der Kuoni-Vr wird also nach den CEO-Rauswürfen der letzten Jahre genau beobachtet. Wichtigste Männer dabei sind David Schnell, als Vertreter der Kuoni/Hugentobler-Stiftung der mächtige Mann im VR, sowie Heinz Karrer als Präsident des Nominationskomitee. Als kommender Präsident von Economiesuisse kann Karrer sein VR-Mandat bei Kuoni (gewählt bis 2014) übrigens behalten.