Lat Consulting: «Kunden wollen Herausforderung» (Ausgabe 2008-16)

Reto Rüfenacht, ehemaliger Geschäftsführer von Latino Travel, hat das touristische Potenzial Lateinamerikas erkannt.

Nach der Übernahme des Lateinamerika-Spezialisten Latino Travel durch
die Knecht-Gruppe machte sich der ehemalige Gründer und
Geschäftsführer, Reto Rüfenacht, Ende 2007 mit seiner neuen Firma Lat
Consulting erneut selbständig.

Rüfenacht kann seine vielen Kontakte in Lateinamerika bestens nutzen.
«Ich übe eine touristische Beratungstätigkeit auf Mandatsbasis zwischen
in Lateinamerika ansässigen Partnern und in Europa sitzenden
Veranstalter aus.» Er agiert als Schnittstelle und konzentriert sich
wegen des kleinen und gesättigten Schweizer Marktes vor allem auch auf
den deutschen Markt.

Zu den Kunden von Lat Consulting gehören unter anderem touristische
Ämter, Hotels, Gastronomiebetriebe sowie lateinamerikanische
Incoming-Agenturen. Seine Kernkompetenz sieht Rüfenacht darin, den
Veranstaltern die Neuheiten beliebt zu machen, zum Beispiel dass es in
der Dominikanischen Republik nicht nur Strände, sondern auch schöne
Kolonialstädte und den höchsten Berg der Karibik gibt. Sein Ziel ist
es, die Veranstalter dazu zu bringen, die Destination anders zu sehen
und anders zu vermarkten. «Ich habe in etwa die Funktion eines Tourism
Boards für Nachhaltigkeit. Gewissermassen sehe ich mich als Scout, der
in gewissen Ländern touristisches Potenzial erkannt hat. Diese müssen
nun noch auf dem europäischen Markt bekannt gemacht werden und in die
Kataloge kommen.»

Das Bedürfnis nach andersartigen und nachhaltigeren Ferien ist in der
Schweiz laut Rüfenacht durchaus gegeben: «Die Kunden sind
reiseerfahrener, neugieriger, sicherer und sprachlich versierter als
früher. Sie wollen eine neue Herausforderung. Zurzeit sieht es sehr gut
aus und die Dominikanische Republik wird im Winterangebot in neuer Form
erscheinen.»

Zurzeit arbeitet Rüfenacht an fünf Mandaten in Mittelamerika und der
spanischsprachigen Karibik. Eines dieser Projekte ist die Altstadt von
Panama City. Dort gibt es kein einziges Hotel und nun überprüft er die
Chancen eines historischen Hotels: «Wenn die Bereitschaft der
Veranstalter da ist, ein solches Hotel in den Katalog aufzunehmen, dann
wird es sicherlich auch auf das Interesse der Kunden stossen. Das
Kundeninteresse ist gegeben, der Ball liegt nun bei den TOs.»
   

BNZ