Auf die Frage, ob sie bei der Gründung von Legends Travel nochmals
alles gleich machen würden, müssen die beiden Co-Geschäftsführer
Andreas Wehrli und Daniel Stöckli nicht lange überlegen: «Wir haben es
richtig gemacht.» Stöckli und Wehrli konnten von Anfang an von ihren
bestehenden Kontakten profitieren. «Zudem waren unsere Destinationen
sehr gut geeignet für den Start, weil wir kein Charterrisiko zu tragen
hatten», sagt Wehrli. Sein Geschäftspartner ergänzt: «Durch unsere
jahrelange Erfahrung hatten wir von Beginn weg volle Unterstützung von
allen Seiten. Die Kunden schätzen, dass es bei uns immer die beiden
gleichen Ansprechpartner gibt.»
Richtig losgelegt wurde Anfang 2007. Dabei wurden im vergangenen Jahr
die Ziele mehr als nur erreicht. Wehrli: «Weil wir nur zu zweit sind,
hatten wir die Kosten sehr gut im Griff.» Stöckli ergänzt: «Wir konnten
zudem unsere Marke bereits gut bekannt machen vor allem bei den
Direktkunden. Da sind wir schon recht weit. Vom Verkauf über Agenten
haben wir uns, obwohl uns mittlerweile auch die Reisebüros kennen,
etwas mehr erwartet. Das wurde aber durch die Privatkunden mehr als
kompensiert.»
Zurzeit hat Legends Travel gegen 40 Agenten, meist unabhängige,
individuelle Reisebüros, die Stöckli und Wehrli schon in ihren früheren
Funktionen bei anderen Veranstaltern gekannt haben. Das angestrebte
Verhältnis von 80% Eigenvertrieb und 20% Fremdvertrieb wurde mehr oder
weniger erreicht.
Als Arbeitsinstrument stellt Legends Travel nicht einen herkömmlichen
Katalog, sondern eine CD-ROM zur Verfügung. «Die CD eignet sich für
Agenten nicht unbedingt. Aber im Direktverkauf wird diese sehr gut
akzeptiert. Gerade auf Messen schätzen die Kunden, wenn sie nicht noch
einen schweren Katalog schleppen müssen», ist Wehrli überzeugt.
Zusätzlich ist das gesamte Programm auf der Website vorhanden. Für
gewisse Reisen werden auch Flyer aufgelegt.
DEr Internet-Auftritt ist für Legends sehr wichtig. Stöckli erklärt:
«Die Website ist nicht nur eine gute Informationsquelle, sondern bringt
uns enorm viele Erstkontakte. Für die Buchung und intensive Beratung
stehen wir dann per Telefon oder E-Mail mit den Kunden in Kontakt, oder
diese besuchen uns in unseren Büroräumlichkeiten. Sehr wichtig ist die
Werbung auf Google mit der richtigen Platzierung.»
Der Durchschnittspreis pro Passagier betrug 2007 bei Legends Travel
rund 4000 Franken. Wehrli: «In diesem Jahr liegt der Durchschnittspreis
sogar noch etwas höher.» Der Gesamtumsatz teilt sich auf folgende
wichtigsten Destinationen auf: Mauritius (40%), Seychellen (25%),
Malediven (10%). Die restlichen Ziele (La Réunion, Dubai, Südliches
Afrika) machen noch rund einen Viertel des Umsatzes aus. Wichtigstes
Standbein im Touroperating ist also klar der Indische Ozean. Oft
verkaufen Stöckli und Wehrli auch Kombinationen. Gut angelaufen sind
laut Stöckli auch die Anfang 2008 lancierten Hochzeitsreisen.
Vor zwei Jahren wollte man bei Legends Travel ein Verhältnis von 50:50
(TO/Retailing) erreichen. «Effektiv machen wir aber rund 80% des
Umsatzes mit dem Veranstaltergeschäft. Retailing gebucht wird
vorwiegend bei TUI Suisse betreiben wir als Komplementärprodukt», so
Stöckli.
Für das laufende Jahr rechnet Stöckli mit einer Umsatzzunahme von
ungefähr 50%; per Ende August liegt das Plus bei 60%. Es gibt auch
Zukunftspläne. «Unser Honeymoon-Angebot wird weiter ausgebaut. Zudem
arbeiten wir neu mit HL Travel, einem österreichischen Anbieter von
Luxuskreuzflügen, zusammen allerdings nur für den Direktverkauf»,
führt Wehrli aus.
Zurzeit arbeiten Stöckli und Wehrli noch zu zweit, schliessen aber
nicht aus, Anfang 2009 eine zusätzliche Person mit einem Pensum von
3050% anzustellen. «Es gibt genug zu tun, zum Beispiel in der
Erstellung unserer ausführlichen Reiseprogramme», ist Stöckli
überzeugt.



