Ein Vater. Eine Mutter. Zwei Söhne. Eine italienische Familie.
Vielleicht ist die Tatsache, dass Italtours ein reines
Familienunternehmen ist, das Erfolgsgeheimnis des Italien-Spezialisten.
Im März 2005 gründete Alessandro Corradi zusammen mit seiner Ehefrau
und den beiden Söhnen die Italtours AG.
Alessandro Corradi, Geschäftsführer von Italotours, erklärt seine
Strategie: «Das Konzept war von Anfang an die Kombination als
Italien-Touroperater mit einem Reisebüro, welches für Privatkunden alle
wesentlichen Angebote aller grossen Schweizer Reiseveranstalter
anbietet.»
Italtours startete 2005 mit acht Mitabeitern und beschäftigt heute noch
sechs Leute. In dieser kleinen Struktur sieht Corradi einen klaren
Vorteil: «Wir können massgeschneidert arbeiten und unsere Angebote sind
nicht nur auf den Katalog reduziert. Wir suchen den Reisebüros nach
ihren Kundenwünschen die besten Angebote heraus.» Italtours ist
zusätzlich der Verkaufsagent von Helvetic Airways und Grandi Navi
Veloci.
Der Italien-Spezialist ist erfolgreich unterwegs und verzeichnet seit
der Gründung stetiges Wachstum. Corradi: «Die jahrelangen
Geschäftsbeziehungen der Wasteels SA konnten wir weiterführen und
nutzen, um von Beginn weg konkurrenzfähige, gute Produkte auf den Markt
zu bringen. Diese heute noch vorhandenen, guten Beziehungen waren für
den Start von erheblichem Vorteil.»
Vom reinen Transport nach Italien über Pauschalreiseangebote oder
Fährenüberfahrten (Grandi Navi Veloci) bis zum Mietwagen bietet
Italtours alles an. «Unsere Philosophie besteht darin, die Arbeit der
Reisebüros zu erleichtern, indem wir für sie die Recherchearbeiten
durchführen», so der Geschäftsführer. Sie seien bestrebt, selbst
ausgefallene und spezielle Kundenwünsche in ihre Recherche mit
einzubeziehen, um so dem Reisebüro ein vollständiges und präzises
Angebot zu unterbreiten, welches dem Kunden so präsentiert werden kann,
erklärt er weiter. «Letztendlich geht es darum, die Perlen zu finden,
um dem Reisebüro ein einzigartiges Produkt zu unterbreiten.»
In den vergangenen Jahren hat sich Italien vor allem während der
Hauptsaison im Juli und August zur teuren und für viele Familien fast
unerschwinglichen Destination entwickelt. «Es ist wahr, dass in dieser
Zeit die Preise fast unzumutbar geworden sind», so Corradi. «Im
Frühling und im Herbst, sprich in der Nebensaison herrscht aber dafür
ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.» Und trotzdem beschreibt
Corradi Italien als stetig gefragtes Reiseziel. «Ideal ist es, wenn man
den Badeurlaub mit einem Kultur- und Gastronomieurlaub verbindet denn
dann ist Italien als Reiseland konkurrenzlos.»
Die Buchungssaison 2008 ist bei Italtours positiv angelaufen: «Im
Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir im Moment einen Zuwachs von rund
zehn Prozent», erklärt Alessandro Corradi zufrieden. Besonders gefragt
sind in diesem Jahr beim Berner Reiseunternehmen die Regionen Sizilien
und Kalabrien. Als Bestseller liegt das Produkt Fly & Drive &
Hotel weit vorne: «Unsere Kunden schätzen die Möglichkeit, unabhängig
und nach ihren individuellen Wünschen die Regionen zu erkunden.»
Die Eigenprodukte bei Italtours machen einen Anteil von rund 75 Prozent
des Gesamtgeschäftes aus. Die restlichen 25 Prozent der Fremdprodukte
seien in der Regel keine Italienprodukte. Dieses Jahr hat Italtours
einen eigenen Badeferienkatalog produziert und vertritt mit diesem rund
50 Hotels am adriatischen Meer. Grosses Entwicklungspotenzial sieht der
Reiseprofi in den beiden italienischen Regionen Apulien und Abruzzen.
«In Apulien ist alles vorhanden, was ein seriöses touristisches
Wachstum ermöglicht. Diese Region wird in den kommenden Jahren immer
mehr Leute anziehen, die Infrastruktur weiter verbessern und in den
Tourismus investieren», prophezeit Corradi.
Mirjam Panzer
Abfallberge in Kampanien: kein neues Problem
Die Abfallproblematik in der Region Kampanien ist in aller
Munde. Die Medien berichten annähernd täglich darüber. Doch existiert
diese Problematik schon länger. Auch Alessandro Corradi,
Geschäftsführer von Italtours, bestätigt: «Die Abfallproblematik in
dieser Region existiert sicherlich jedoch nicht erst seit diesem
Jahr. Neu aber ist die mediale Aufmerksamkeit und die tägliche
Berichterstattung der nationalen und internationalen Fernsehsender und
der weltweiten Presse. Gemäss Corradi reisen noch immer Leute nach
Napoli oder in die Region Kampanien. Denn: «Nicht ganz Napoli liegt
unter Müll begraben und schon gar nicht die ganze Region
Kampanien.»
Um das Bild der italienischen Region wieder zu polieren, wurden nun
konkrete Massnahmen ergriffen, um diese Abfallproblematik zu
beseitigen. «Es ist klar, dass der Müll momentan Schlagzeilen macht.
Man muss die Berichterstattung der Medien jedoch auch kritisch
analysieren und hinterfragen», so der Italien-Spezialist.
MIP



