Es ist in den letzten Wochen viel über die LH/LX geschrieben worden
ohne dass ein Fortschritt erreicht wurde. Auf der einen Seite haben wir
die GDS, die sehr wohl nachweisen könnten, dass die Gebühren gesunken
sind. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Für LH/LX sind die
GDS-Kosten aus vielen Einzelposten zusammengesetzt dazu kommen sicher
auch noch BSP-Gebühren. Unter dem Strich ist das dann doch wohl ein
recht teurer Vertriebskanal bei einer sauberen Vollkostenrechnung.
Auf der anderen Seite haben wir den Wunsch nach einem Vertriebskanal,
der diese Kosten reduziert. Da LH/LX ja heute schon gut funktionierende
Internet-Plattformen haben, müsste man diese nur noch erweitern und den
Vertriebskanal für alle (IATA und non-IATA) Reisebüros öffnen.
Voraussetzung wäre zum Beispiel eine IATA- oder TIDS-Nummer. Gebucht
würde über die neue Agenten-Plattform, die zusätzlich noch die
Hinterlegungsmöglichkeit für eine Bürokreditkarte hätte und ein
einfaches Kommunikationssystem (Queue-Ersatz). Sitzplatzreservation,
Meals, Kreditkartennummer oder FQTV-Nummer des Kunden für
elektronisches Check-in sollten eingegeben werden können. Da so alle
Tickets von LH/LX selber ausgestellt werden, entfällt auch das
nachträgliche Ticketcontrolling ADMs gehören der Vergangenheit an.
Auch die Abrechnung über BSP entfällt. Für die Abgeltung von
Umbuchungen und Flugplanänderungen (seitens LX) könnte ich mir einen
kleinen Fixbetrag von etwa ein bis zwei Franken pro Segment pauschal
vorstellen.
Es ist schade, dass LH/LX nicht in der Lage sind, einen solchen Weg
klar zu kommunizieren und den Reisebüros Perspektiven für die Zukunft
aufzuzeigen hier sind wohl auch Defizite im Management auszumachen.
Und nun noch das Wichtigste: Wenn dieses Projekt (neue Plattform)
sauber durchgeführt wird, dann kann es den Airlines egal sein, ob ein
Büro den neuen Vertrag unterschreibt. Da die oben beschriebene
Alternative anscheinend der einzig gangbare Weg ist (aus Kostengründen
seitens der Airlines), wird die neue Plattform für sich selber werben,
und immer mehr Büros werden diese nutzen. Die alten Strukturen fallen
dann eines Tages (mangels Umsatz) in sich zusammen. Verhandeln?
Eigentlich gibt es hier nicht mehr viel zu verhandeln, ausser dass
LH/LX auch eine Ticket-Fee auf ihre Internet-Buchungen draufschlagen
und somit den Reisebüros die Hand zu einer echten Partnerschaft bieten
sollten. Hoffen wir auf späte Einsicht zumindest in diesem Punkt.



