M-Travel Switzerland: «Keine Kompromisse – Do it. Do it right and do it fast» (Ausgabe 2008-35)

Das Migros-Unternehmen setzt den Markt mit erhöhten Charterkapazitäten und einer aggressiven Preispolitik massiv unter Druck.

Im Zuge der Neuausrichtung ihrer Handelsmarken hat M-Travel Switzerland
(MTCH) ihre Produktpalette  stark ausgebaut. Mit dem Angebot von
Migros Ferien lanciert das Unternehmen in Kürze ein neues Produkt auf
dem Schweizer Direktreisemarkt. Entsprechend dem vergrösserten
Portfolio hat MTCH ihr Angebot an Charterflügen – im Kurz- und
Mittelstreckenbereich wie auch auf der Langstrecke – für den kommenden
Winter erheblich erweitert.

Auf der Langstrecke haben sich die Charterkapazitäten im Vergleich zum
Winter des Vorjahres um zirka 30 Prozent vergrössert. Das
Einkaufsvolumen auf der Kurz- und Mittelstrecke ist im Vergleich zum
Winter 2007/08 ungefähr um 40 bis 45 Prozent gewachsen und beläuft sich
auf zirka 2500 wöchentlichen Plätzen. Die Kritik eines Überangebots an
Chartersitzplätzen, so Stimmen aus der Reisebranche,  weist
MTCH-CEO Stirnimann allerdings entschieden von sich: «Der Einkauf der
Zusatzkapazitäten war nicht blauäugig, sondern mutig und konsequent
umgesetzt.» Dennoch, mit der Zunahme des Einkaufsvolumens im Kurz- und
Mittelstreckenbereich wie auch auf der Langstrecke wird sich das
Charterrisiko von MTCH vergrössern – gemäss Roberto Luna, Leiter TO
Value, um insgesamt rund 45 Prozent.

Aussagen, die Flugeinkäufe von M-Travel Switzerland bei Air Berlin
seien aus einer Notlage heraus entstanden, dementiert  Stirnimann:
«Der Ausbau des Flugangebots war ein Bedürfnis, darum ist das
Flugangebot von M-Travel Switzerland auch mit Charterflügen von Hello
und Edelwiess Air ergänzt worden. Belair/Air Berlin ist unser
Hauptlieferant und wir sind mit
dieser Kooperation sehr zufrieden.»

Ab kommendem Winter haben alle Handelsmarken unter dem Dach von
M-Travel Switzerland Zugriff auf die eingekauften Flugkontingente.
Travelhouse besitzt damit das grösste Flugangebot in der
Unternehmensgeschichte und auch Migros Ferien wird aus dem Vollen
schöpfen können. «Noch kein Anbieter lancierte je zuvor ein so grosses
Charterangebot im Direktreisemarkt», sagt Walter Brüllhardt, der sich
bei MTCH für die Direktreisen verantwortlich zeichnet.

Durch die Zusammenlegung von Hotelplan und Travelhouse hat sich die
Einkaufskraft des Mutterunternehmens stark vergrössert. Das dadurch
vergrösserte Einkaufsvolumen wirkt sich für M-Travel Switzerland
positiv auf den Einkaufspreis aus. Für Luna ist klar, dass sich die
dadurch entstehenden Preisvorteile auch auf den Endpreis niederschlagen
und der Kunde schliesslich davon profitieren kann. Fakt ist: Hotelplan
dreht diesen Winter mit voller Kraft an der Preisschraube und setzt die
Konkurrenz mit ihrer Preispolitik massiv unter Druck – ganz gemäss dem
von Roberto Luna formulierten MTCH-Motto: «Keine Kompromisse – Do it.
Do it right and do it fast».

Beispielsweise gibt es eine Woche Djerba ab 399 Franken, im letzten
Jahr kostete die gleiche Reise noch rund 700 Franken. Eine Woche Gran
Canaria mit einem Preis ab 599 Franken kostet im Schnitt 150 Franken
weniger als im Vorjahr. Dieser Preis liegt laut Luna zwischen 50 und
150 Franken unter jenem der Konkurrenz. Eine Woche Malediven ist mit
einem Wochenpreis ab 1799 Franken sogar 200 Franken billiger als im
Winter 2007/08, und auch hier proklamiert Luna zwischen 50 und 100
Franken unter dem Preis der Mitbewerber zu liegen. Diese tiefen Preise
sind laut Stirnimann auch möglich, da MTCH viele Flüge exklusiv
anbietet: «Da wir gleich ganze Flüge eingekauft haben, profitieren wir
von sehr guten Konditionen. Und weil sich der Verkauf ganz in unseren
Händen befindet, können wir gewärleisten, dass die Plätze nicht ins
Internet gelangen. Davon profitieren auch die Reisebüros.»

Über die budgetierten Beförderungs- und Geschäftszahlen äussert sich
Stirnimann nicht. Seine Prognose für 2008 ist zurückhaltend
optimistisch: «Die Pauschalreisen sind noch längst nicht tot.
Allerdings werden im kommenden Jahr die Bäume nicht in den Himmel
wachsen und die Konkurrenz wird auch nicht abnehmen.»

Simon Benz

Charterangebot nach Ägypten und Tunesien am stärksten ausgebaut

M-Travel Switzerland hat das Charterangebot nach Ägypten im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Auf den neun
Flügen in das nordafrikanische Land stehen wöchentlich rund 1200
Sitzplätze zur Verfügung. 75 Prozent der Ägypten-Flüge finden am
Wochenende statt und alle Flüge ab Zürich hat MTCH exklusiv im Programm
(Marsa Alam Kooperation mit TUI). Die Flüge von Zürich nach Luxor/Sharm
el-Sheikh (Montag), Marsa Alam (Donnerstag), Assuan/Hurghada (Freitag),
Sharm el-Sheikh (Samstag) und Hurghada (Sonntag) finden mit Air Berlin
statt. Zusätzlich wurde ein Charter von Hello nach Hurghada (Samstag)
und Sharm el-Sheikh (Sonntag) aufgelegt. Hello fliegt ebenfalls
exklusiv für MTCH von Genf via Sharm el-Sheikh nach Hurghada (Freitag).
Einzig ab Basel verfügt M-Travel Switzerland über 30 Kontingentsplätze
auf einer Maschine von Air Berlin.
Nach Djerba wurde das Flugangebot um etwa 30 Prozent erweitert. Ab
Zürich und Genf fliegt TUIfly jeweils donnerstags exklusiv und samstags
mit einem MTCH-Kontingent von je 20 Plätzen nach Djerba.
Die Charterflüge zu den Kanarischen Inseln wurden etwa in ähnlichem
Umfang wie im letzten Winter eingekauft. 75 Prozent der Flüge auf die
Kanaren finden ebenfalls an den Wochenendtagen statt.

BNZ