Das Unternehmen Media Touristik mit Hauptsitz in Witterswil/Baselland
befindet sich noch heute in den Händen des Gründers und
Geschäftsführers Mark A. Winkler. Es umfasst knapp 70 Mitarbeiter, die
sich rund 50 Vollstellen teilen. Die Geschäftsfelder von Media
Touristik umfassen Sprachreisen, Retailing, Gruppenreisen und Atlas
Reisen.
Sprachreisen
Die Sprachreisen sind einer der wichtigsten Geschäftsbereiche von Media
Touristik und nehmen laut Winkler rund die Hälfte des gesamten
Geschäftsvolumens ein. Das Hauptgeschäft läuft in der Deutschschweiz
über Globo-Study, das von Claudio Ceserano geführt wird. Mit insgesamt
drei verschiedenen Produktkategorien zielt Globo-Study hauptsächlich
auf Reisebürokunden. Das weltweite Sprachreiseprodukt richtet sich an
Erwachsene. Mit «Follow me» werden aber auch Feriensprachkurse für
Schüler und Jugendliche angeboten und das Nischenprodukt «50Plus»
richtet sich an die Zielgruppe der Golden Agers. «Vor allem bei
letzteren ist der Vertrieb nicht einfach, da diese Zielgruppe die
Produkte nicht im Reisebüro sucht», sagt Winkler. Aus diesem Grund ist
Globo-Study auch auf Messen präsent, die Golden Agers sind aber dennoch
schwer einzuordnen.
Derzeit ist eine neue Globo-Study-Internetplattform in der Entstehung.
Auf der neuen Seite können Reisebüros vollständige Sprachreisen direkt
einbuchen.
Mit dem Unternehmen Linguista fährt Media Touristik eine zweite
Schiene, welche sich auf Nischen im Direktreisemarkt konzentriert. Die
Produkte richten sich weniger an typische Reisebürokunden, als an
spezielle Nischen, zum Beispiel Juristen oder Schulklassen.
Retailing
Media Touristik betreibt mit Media Reisen vier Reisebüros in Basel und
Umgebung. In den Filialen in Basel (Petersgraben und Aeschengraben),
Arlesheim und Oberwil wird klassisches Retailing betrieben, wobei man
laut Winkler im Grossraum Basel die starke Konkurrenz durch die
Billigairline Easyjet deutlich zu spüren bekommt. «Städtereisen
verkauften sich in den letzten Jahren sehr schlecht. Wir leben schon
lange nicht mehr vom Massenprodukt, sondern konzentrieren uns auf
Spezialdossiers.» Beispielsweise leitet Media Reisen die Vertretung und
den Wiederverkauf von Nicoles Hausboot-Ferien in der Schweiz. Trotz der
angespannten Marktlage ist Winkler mit dem Retailing-Geschäft
zufrieden: «Wir können in diesem Jahr in jedem Büro ein Wachstum im
einstelligen Prozentbereich ausweisen.»
Der wachsenden Konkurrenz auf dem Direktreisemarkt blickt Winkler ruhig
entgegen: «Der Verdrängungsprozess konzentriert sich vor allem auf den
Direktreisemarkt. Einen grossen Einfluss auf das Retailing wird dies
nicht haben.»
Gruppenreisen
Mit Media Tours & Travel (MTT) betreibt Media Touristik eine
Abteilung, die auf die Organisation von Gruppenreisen spezialisiert
ist. Es handelt sich dabei um einen Wholesaler und
Paketreisenveranstalter, der hauptsächlich Reisebüros und
Carunternehmen mit kompletten Produkten beliefert.
Ein weiteres Gruppenreisen-Unternehmen unter dem Dach der Media
Touristik ist die im Jahr 2000 gegründete Marke Touriqum Spezialreisen.
Die Kernprodukte sind Musik- und Kulturreisen zu einem speziellen
Thema. Für das kommende Jahr ist beispielsweise eine Reise zur
Bundesgartenschau nach Schwerin in Kombination mit einem Konzertbesuch
geplant.
Atlas Reisen
Das Touroperating von Atlas Reisen wurde 2004 von Media Touristik
übernommen und umfasst heute drei Kataloge: Russland/Ukraine/Us-
bekistan/Kirgistan/Seidenstrasse, Transsibirische Eisenbahn und
Marokko. «Unser Portfolio wird in Kürze im Rahmen einer neuen
Zusammenarbeit ergänzt, eventuell wird auch ein neues Touroperating
integriert», sagt Winkler. Worum es sich konkret handelt, kann er noch
nicht kommunizieren.
Eine Schwierigkeit sieht Winkler zum Beispiel beim Vertrieb von
Marokko, da die grossen Veranstalter in dieser Destination selbst über
gute Produkte verfügen und somit vorwiegend die eigenen Angebote
verkaufen. Obwohl die kleinen Nischenanbieter auch auf den
Direktreisemarkt angewiesen sind, ist Winkler stets bemüht, den Weg in
die Reisebüros zu finden.
Simon Benz
«Der Pool an Arbeitskräften ist in Basel klein geworden»
Derzeit sieht sich Media-Touristik-Geschäftsführer Mark A.
Winkler mit einer schwierigen Situation konfrontiert. «Durch die
Abwanderung von Esco nach Glattbrugg ist der Pool an Arbeitskräften auf
dem Basler Reisemarkt stark reduziert worden», so Winkler. Dadurch
werde einerseits der Austausch von Mitarbeitern und Know-how
schwieriger und andererseits fehlen dadurch auch Lehrstellen. Winkler
überlegt sich, ob bei Media Touristik zusätzlich eine fünfte Lehrstelle
geschaffen werden soll, obwohl dies durch die KV-Reform die
«Akademisierung des KVs», wie es Winkler nennt für ein Unternehmen an
Attraktivität verloren hat.
Ein weiterer Knackpunkt ist das Internet. «Die Präsenz im Internet ist
für Nischenanbieter enorm wichtig. Kann das Webdesign nicht inhouse
erledigt werden, ist eine Finanzierung schier unmöglich. Dadurch wird
das Anforderungsprofil an die Mitarbeiter von kleinen TOs und
Reisebüros auch im technischen Bereich immer umfangreicher», so der
Geschäftsführer.
BNZ



