Seit der Gründung 1977 hat das Büro von Glur Reisen am Spalenring 111 in Basel Bestand. Zuletzt war es jedoch ziemlich eng geworden in den Räumlichkeiten, da man von anfangs vier auf 17 Personen wuchs. So entschloss sich Inhaberin Heidi Glur, eine grös-sere Investition zu tätigen und in grosszügige Büros umzuziehen. Der inzwischen erfolgte Umzug ging nicht sehr weit: Glur konnte ein Haus im Innenhof hinter dem Spalenring 111 beziehen; Adresse und Telefonnummern bleiben also unverändert.
Für die 16 Mitarbeitenden (elf FTE) bis auf Peter Heim zurzeit alles Frauen ändert sich aber einiges. Zur Verfügung stehen zwölf Zimmer auf zwei Etagen, wobei Glur Reisen eigentlich über drei Etagen verfügt. Zuoberst ist eine Ablage, wobei im untersten Stock bereits ein eigener Raum für die ganze Dokumentation und den Versand vorhanden ist. Es gibt ein Meetingzimmer, eine Küche und nicht zuletzt auch eine grosse Terrasse, wo man im Sommer Mittag essen oder auch kleine Feste feiern kann bei schlechtem Wetter gibt es hierfür auch eine Art Lobby beim Eingang.
Heidi Glur nennt das neue Büro «Skandinavienhaus», in Anspielung auf die Kerngebiete des Nordland-Spezi-alisten. Dass man nicht mehr an der Strasse liegt, spielt keine Rolle: «Wir haben eine treue Kundschaft, verteilt in der ganzen Schweiz, und sind nicht auf Laufkundschaft angewiesen», sagt Heidi Glur. «Es ist uns bisher auch keine Gruppe verloren gegangen, weil fast nur Frauen bei Glur arbeiten», fügt Heidi Glur an. Dies entspreche eher einer Frauenförderung nach skandinavischem Vorbild.
Dennoch ist der designierte neue Geschäftsführer ein Mann. Am 1. September tritt Philipp Jordi ins Unternehmen ein und wird von der aktuellen Geschäftsführerin Madeleine Schweizer noch bis zu ihrer Pensi-onierung im März 2013 eingearbeitet; danach wird er die Geschäftsführung übernehmen. Jordi kommt vom Basler Planungs- und Beratungsunternehmen Rapp Gruppe, kennt Glur Reisen jedoch gut, hat er doch als Student dort gejobbt. Ausserdem spricht der Halbfinne fliessend Finnisch, was für das Geschäft von Vorteil ist, schliesslich werden fast alle Produkte in Nordeu-ropa (ausser Russland und Baltikum) direkt eingekauft, wobei das Beherrschen der lokalen Sprache die Kontakte natürlich vereinfacht. Nicht zuletzt arbeitete Jordis Mutter zehn Jahre lang im Unternehmen.
Heidi Glur selber erreicht 2014 das Pensionsalter. Auf die Nachfolgeregelung angesprochen, erklärt sie, dass alles geplant sei und sie den Übergang «gelassen» angehe. Mehr lässt sie sich noch nicht entlocken, ausser dass die Firma nicht an ihre zwei Kinder übergehen wird.
Viel lieber spricht Heidi Glur über die Vorzüge des Spezialistentums. Die Flexibilität im Verkauf und die Vielseitigkeit in der Produktgestaltung seien allgemein die wichtigsten Vorzüge. Im Speziellen aber zählt sie auf die Erfahrung ihrer Mitarbeitenden. Geschäftsführerin Madeleine Schweizer ist seit 23 Jahren dabei, Outi Zumbühl gar seit 30 Jahren. Alle Mitarbeitenden sind oft in den Zielgebieten unterwegs; die Verkäufer betreuen ihre Kunden von A bis Z und die Sachbearbeiter besprechen die Kataloggestaltung gemeinsam mit den Produktverantwortlichen. «Der Einbezug aller Mitarbeitenden ist mir wichtig», erklärt Heidi Glur.
Mit dem neuen Haus, wo noch letzte Arbeiten durchgeführt werden, ist Glur Reisen bestens aufgestellt für die langfristige Geschäftszukunft. Auf ein Eröffnungsfest wird verzichtet; die erste Einladung ins neue Haus gibt es dann zum Glögg im Dezember.
Jean-Claude Raemy
Norwegen und Finnland als grösste Umsatzposten
Glur Reisen veranstaltet Reisen nach Skandinavien & Finnland, Island, Grönland, auf die Färöer, nach Norddeutschland, ins Baltikum und nach Russland (wobei da praktisch nur St.Petersburg) sowie in die Arktis und Antarktis. Daneben gibt es ein Angebot mit Hausbooten in Schweden, Finnland und Mecklenburg-Vorpommern. Nicht zuletzt ist Glur Reisen auch einer von zwei Schweizer General Sales Agents für die Hurtigruten, die beliebten Schiffsreisen entlang der norwegischen Westküste zwischen Bergen und Kirkenes.
Im Sommer macht Norwegen vor Finnland und Schweden laut Heidi Glur den grössten Umsatzanteil aus. Im Winter dominiert Finnland, wobei auch das Hurtigruten-Geschäft im Winter wachse. Stark ist Glur auch im Gruppengeschäft, mit eigenen Reisen (z.B. in Begleitung von Heidi Glur nach Spitzbergen) oder mit Ad-hoc-Gruppen. Firmengeschäft macht nur rund 2% des Umsatzes aus.
Der Löwenanteil der Angebote wird direkt verkauft. Glur hat in den letzten Jahren Umsatz aus dem Fremdvertrieb verloren, darunter auch von den Kettenbüros der Grossen. Heidi Glur würde mehr Reisebürovertrieb begrüssen.
JCR



