Nach der Auslosung: Jetzt geht das WM-Geschäft richtig los (Ausgabe 2013-50)

Die Reisebranche ist mit dem Schweizer Spielplan zufrieden.

Ecuador, Frankreich und Honduras heissen die Gegner der Schweiz an der Fussball-WM 2014 in Brasilien – Brasilia, Salvador und Manaus die Austragungsorte. Die Player aus der Reisebranche zeigen sich mit der Auslosung zufrieden. «Wir sind sehr glücklich, denn die Infrastruktur an all diesen Orten stimmt», sagt Michael Bonin vom DMC Brazil Insider, «man erlebt so eine tolle Brasilien-Rundreise mit einem guten Mix.» Was er besonders hervorhebt: Alle drei Destinationen haben wichtige Flughäfen und werden von TAP aus Lissabon direkt angeflogen (Manaus neu ab Anfang Juni 2014). 

Auch die Sportreiseveranstalter sind sich einig: Die Auslosung lässt auf ein Weiterkommen der Schweiz und damit auch auf weitere Verkäufe hoffen. Vor allem das Spiel Schweiz–Frankreich am Küstenort Salvador sei touristisch und logistisch attraktiv, während der Abstecher nach Manaus nicht nötig gewesen wäre. Es sind jedoch alle froh, dass man das praktisch ausgebuchte Rio de Janeiro umgehen konnte.

Die Generalisten behandeln das Thema WM 2014 mit Zurückhaltung. «Wir sind der Meinung: Wenn man nicht voll im Geschäft drin ist, kann man nur verlieren», sagt Nick Gerber von Globetrotter Travel Service. Hotelplan Suisse und TUI Suisse bieten ebenfalls keine speziellen Packages an und gehen davon aus, dass die Brasilien-Nachfrage vor allem nach dem Grossanlass, sprich ab Juli 2014, zunehmen wird.

Als Einziger der «Grossen» bietet Kuoni mit seinem Südamerika-Spezialisten Dorado Latin Tours spezielle Hotelpackages an, wenn auch ohne Tickets. «Die Nachfrage ist da, konkrete Buchungen halten sich wegen den hohen Hotelpreisen und strengen Bedingungen aber noch in Grenzen», sagt Mediensprecher Julian Chan. Anfängliche Befürchtungen, dass Brasilien während der WM von Nicht-Fussball-Liebhabern gemieden werde, hätten sich aber nicht bestätigt.