2012 ist ein spezielles Jahr für Regio-Carrier Intersky, denn einerseits feiert die Airline heuer ihr zehnjähriges Bestehen, andererseits sei es auch «das Jahr der internen Hausaufgaben», wie Verkaufsleiter Roger Hohl erklärt.
Während die Airline bereits im 2011 aufgrund des schwierigen Umfeldes wirtschaftliche Situation, Kerosinpreis und neue Konkurrenz in Friedrichshafen durch Germanwings mit der Sanierung begann, suchte die Mitbegründerin und Geschäftsführerin Renate Moser nach einem solventen Partner, um das Über-leben der Firma langfristig zu sichern. Laut Hohl war man auf der Suche nach einem kapitalkräftigen Partner, der einen Flot-tenausbau ermöglicht. Mit der Intro Aviation GmbH, die zur Firmengruppe von Hans Rudolf Wöhrl gehört, habe man einen solchen Investor gefunden.
Nach dem Verkauf einer Maschine operiert die in Friedrichshafen beheimatete Intersky heute mit drei 50-plätzigen Flugzeugen des Typs Bombardier Q300. «Die Flotte soll nicht nur vergrös-sert werden, sondern es sollen auch grössere Maschinen angeschafft werden», so Hohl. Momentan ist man in Gesprächen mit ATR und Bombardier über den möglichen Kauf von Turbo-prop-Maschinen des Typs ATR 72 bzw. Dash 8-400. Die Entscheidung darüber, welcher Flugzeugtyp ab Sommer 2013 das Intersky-Logo tragen wird, soll in drei bis vier Monaten gefällt werden.
Mit dem Einstieg der Intro-Gruppe bei Intersky hat sich Renate Moser dazu entschlossen, sich von ihrem gemeinsam mit Rolf Seewald gehaltenen 25,1%-Anteil zu trennen, weiterhin aber in der Geschäftsleitung zu bleiben. Ursprünglich war die heute 70-Jährige mit 50% am Regio-Carrier beteiligt. Das inzwischen deutsch-österreichische Unternehmen gehört nun zu je 25,1% der Rudolf Wöhrl zugeordneten Intro Beteiligungsgesellschaft GmbH (Wien) und Peter Onckens Peon Beteiligungs GmbH (Nürnberg), 24,7% hält die Intro Aviation GmbH, bei welcher Peter Oncken als geschäftsführender Gesellschafter amtet. Die restlichen 25,1% hält Intersky-Mitbegründer und Mosers Ehemann Rolf Seewald gemeinsam mit seinen Söhnen Christian und Günter, die je 0,99% der Anteile besitzen.
Nach einem «ausgeglichenen Ergebnis» im 2011 steht Intersky laut Verkaufsleiter Hohl heute auf zwei gesunden Beinen: «Wir sind durch den Flugzeugverkauf mit einer um 25% kleineren Produktion am Markt, wodurch auch weniger Kosten verursacht werden. Die Umsätze blieben jedoch in etwa auf demselben Niveau.»
Im Rahmen der von Hohl angesprochenen «internen Hausaufgaben» stehen neben der Flottenerneuerung noch weitere Produktneuerungen bevor.
Mit den verkürzten Check-in-Zeiten wurde bereits der erste Schritt gemacht. Da der Hauptfokus von Intersky bei den Geschäftsreisenden liegt, wurde das Check-in in den Städte-Destinationen von einer Stunde auf 30 Minuten gekürzt. An Flughäfen, an welchen die Airline ihren Fokus auf Leisure-Verkehr setzt (u.a. Zürich), beträgt die Check-in-Zeit neu 50 Minuten.
Aber auch am Bordprodukt wird gefeilt. Ab Juni 2012 werden sämtliche Getränke und Snacks an Bord wieder kostenlos abgegeben. «In den letzten Jahren sind unsere Flugpreise um rund 25% gestiegen. Die Bezahlung der Verpflegung ist damit nicht mehr zu rechtfertigen», so Hohl. Verzichtet wird in Zukunft auf die Business Class, denn diese ist laut Hohl auf der Kurzstrecke seit der Krise nicht mehr in Mode. Für Geschäftsreisende wird es hingegen eine Buchungsklasse mit voll flexiblen Tickets geben. Auch im Tarifbereich wird es zu Anpassungen kommen.



