Neuer Schweiz-Chef von STA sieht Wachstumspotenzial (Ausgabe 2008-19)

Eigene Produktelinie wird ausgebaut. Das neue Shop-Design ist umgesetzt.

Am 21. April hat Andreas Siegmann seine neue Tätigkeit als Chef STA
Travel Deutschland, Österreich und Schweiz angetreten. Zuvor war er
viele Jahre für Aldi tätig, vor allem im Marken- und Vertriebsaufbau,
unter anderem auch in den USA und in England. Der Zeitpunkt sei
gekommen sich neu zu orientieren, seinen Horizont zu erweitern und eine
neue Herausforderung anzunehmen, erklärt er im Gespräch mit TRAVEL
INSIDE.

Letzte Woche besuchte er nun die Schweiz, um die 13 Filialen (8 in der
Deutschschweiz, eine davon als Shop-in-Shop bei Orell Füssli in
Winterthur, und 5 in der Romandie) und die Schweizer Zentrale am neuen
Standort in Zürich-Oerlikon (mit Callcenter für Internet, Direktkunden
und Reisebüros) zu besuchen und ein Gefühl für die Mitarbeitenden und
den hiesigen Markt zu bekommen sowie die Stärken und Schwächen von STA
Schweiz kennenzulernen. Sein erstes Fazit: «Wir haben ein starkes und
exklusives Produkt und gegen 140 sehr gut ausgebildete, motivierte
Mitarbeiter. Entwicklungspotenzial ist vorhanden, nun können wir uns
der Planung in den Bereichen Marketing und Vertrieb widmen.»

Zahlen zum Geschäftsgang gibt STA Schweiz keine bekannt. Die
Schliessung der Hälfte der Filialen in der Schweiz im Jahre 2006 hat
sich aber auf dem Umsatz 2007 ausgewirkt. Gemäss Schweiz-Verkaufsleiter
Jean-Philippe Spinas hat das Geschäftsjahr 2008 sehr erfreulich
begonnen: «Wir sind ganz klar auf Wachstumskurs, wobei wir rund 90%
unseres Umsatzes im Eigenvertrieb/Direktverkauf und rund 10% über
Reisebüros generieren. Die Eigenprodukte Sprachreisen und Hotelstay von
STA können von den Reisebüro-Partnern via eine Internet-basierte
B2B-Buchungsmaschine, die laut Spinas einfach zu installieren ist,
gebucht werden. Daneben führt STA als GSA (General Sales Agent) ein
breites Angebot im Segment Trekking, Touren und Adventure, das in zehn
Broschüren mit STA-Branding auf dem Markt präsentiert wird und via
Callcenter gebucht werden kann.

STA hat sich mit einem neuen, einheitlichen Shop-Design auch visuell
verändert. Alle Filialen wurden nach Produkte-Themen aufgebaut, damit
sich die Kunden besser zurechtfinden. Dieser Prozess wurde Ende April
abgeschlossen. Das entsprechende Material stellt STA auf Wunsch auch
Partner-Reisebüros zur Verfügung.

Um sich beim reisefreudigen Publikum bekannter zu machen, ist STA ein
spektakuläres Sponsoring-Engagement mit Lipton Ice Tea eingegangen, wie
Spinas erklärt: «Ab sofort und noch bis Ende November läuft der
Sommerwettbewerb, bei dem es acht Round-the-World Tickets für je drei
Personen im Gesamtwert von über 100000 Franken sowie 100
Reisegutscheine im Wert von 300 Franken und 10000 Gutscheine im Wert
von 50 Franken zu gewinnen gibt. Mittels Code im Deckel der Ice Tea
Pet-Flaschen kann jeder sein Glück versuchen. Die Aktion wird durch
TV-Spots, Radiowerbung, Plakate und mehr beworben. Es freut uns, dass
ein so bekanntes Markenprodukt uns als kompetenten Partner ausgewählt
hat.»

Urs Hirt

Ausbau der eigenen Produktpalette mit Work & Travel

STA tritt als Ticketbroker am Markt auf. Nebst allen bekannten
Tarifen einer Vielzahl von Airlines ist STA vor allem auch für
Studenten-Tarife und Sector Fares (Südamerika und Asien) bekannt,
welche kreative Flugkombinationen ermöglichen, wie Thomas Birkel
(Director Sales für Deutschland, Österreich und die Schweiz) betont.
Als Eigenproduktion mit Broschüren führt STA das breite Angebot an
Sprachreisen, die Hotelstays (Datenbank mit Hotels von einfachen
Gasthäusern bis hin zur Luxusherberge sowie Touren, Ausflüge und
Transfers) und Gruppen-/Maturareisen, welche auf eine grosse Nachfrage
stossen. Das Sprachreisen-Team in der Filiale am Zürcher Stadelhofen
produziert sowohl für die Schweiz als auch für Deutschland und
Österreich.

Nun lanciert STA Schweiz das Programm Work & Travel, das in
Deutschland und Österreich bereits auf dem Markt ist. Dabei handelt es
sich um eine breite Palette an Angeboten für Freiwilligenprojekte in
sozialen und kulturellen Bereichen oder im Umweltschutz in
verschiedenen Ländern in Europa, Asien, Lateinamerika, Australien,
Neuseeland, Kanada, Afrika und den USA. Die Nachfrage sei bereits
immens und übertreffe alle Erwartungen, so Spinas, der als Beispiele
ein IT-Praktikum in Spanien, ein Volontariat in einem Kinderheim in
Indien, die Mithilfe in einer Tierwaisen-Station in Namibia oder ein
Work Placement im Gastgewerbe/Tourismusbereich in Kanada anführt.
Spinas: «Mit der zunehmenden Globalisierung wird Auslanderfahrung immer
wichtiger. Diese Angebote lassen sich sehr gut mit einem
Sprachaufenthalt verbinden. Sie bedürfen einer speziellen Beratung,
deshalb wurden unsere Mitarbeiter entsprechend geschult.»

Siegmann kann sich einen Ausbau der STA-Produktpalette durchaus
vorstellen: «Wir prüfen weitere Möglichkeiten, müssen uns aber immer
fragen, was der Markt von uns erwartet, was unseren Kunden noch fehlt,
was Sinn macht und innovativ ist. Wir stehen selber auf dem Prüfstand
was die Etablierung und den Ausbau unserer Marktstellung angeht. Unsere
drei Kompetenzbereiche sind Educational Travel und Individualreisen
sowie mit einem Anteil von rund 20% an unserem Volumen das Segment
Badeferien/Städtereisen.»   

UH