Olimar mit «anständigem» 2009 (Ausgabe 2010-11)

Die Preise werden heute durch Specials und verlängerte Frühbucherrabatte immer dynamischer.

Der Reiseveranstalter Olimar blickt in der Schweiz auf ein
«anständiges» Jahr 2009 zurück, wie Werner Bürer, Managing Director von
Olimar in Küsnacht, es nennt. In den Destinationen Portugal und Spanien
liegen die Geschäftszahlen in etwa auf Vorjahresniveau, einzig Italien
hinkte dem Geschäftsverlauf 2008 noch hinterher. Dadurch wurde dem
Veranstalter ein moderater Geschäftsrückgang beschert, der laut Bürer
im einstelligen Prozentbereich zu liegen kam.

Den Grund für das schwierige Italien-Geschäft sieht der Schweizer
Olimar-Chef unter anderem im von den Kunden monierten
Preis-Leistung-Verhältnis sowie in den ständig anfallenden
Zusatzkosten. Er habe das Gefühl, dass es in Italien hinsichtlich des
Umgangs mit der  Nachfrage noch einiges aufzuholen gibt: «Grosse
italienische Hotelketten halten eisern an ihren Regeln – zum Beispiel
in Form von fixen Anreisetagen oder Mindestaufenthalten von fünf Tagen
– fest, ohne auf die Nachfrage einzugehen. Und in den kleinen,
sympathischen und von Familien geführten Hotels wisse man oftmals
nicht, wie mit der sich verändernden Situation umgegangen werden soll.
Dennoch, betont Bürer, seien die Schweizer in Italien gern gesehene und
immer willkommene Gäste.

Das 2010 hat für Olimar gut begonnen, jedoch habe gegen Mitte/Ende
Januar wieder eine ruhige Buchungsphase eingesetzt, wodurch der
Vorsprung wieder preisgegeben werden musste. Das Preisniveau liegt bei
Olimar im 2010 unter dem Vorjahr – dies aufgrund der Wechselkurse
einerseits und der für Veranstalter heute besseren Verhandlungsbasis
andererseits. «Dies schliesst aber Specials nicht aus», fügt Bürer
hinzu und merkt an, dass die Preisgestaltung heute viel dynamischer
geworden sei. Die Frühbuchervorteile reichen bis zu 30 oder 40 Prozent.
«Es gibt laufend Preisanpassungen, wodurch viele Katalogpreise nicht
mehr auf dem aktuellen Stand sind», so Bürer. Dennoch hält Olimar,
zumindest mittelfristig, an den Preislisten fest. Einen Katalog
gänzlich ohne Preise erachtet Bürer nicht als kundenfreundlich, da
diese als Orientierungshilfe dienen. Wie sich der Aufwand am Ende aber
rechne, sei allerdings eine andere Geschichte.

In Portugal, dem Hauptstandbein des Veranstalters, liegt derzeit vor
allem das Festland in der Gunst der Reisenden und daher im
Buchungsplus. Die Madeira-Buchungen liegen hingegen wegen einer laut
Bürer «generellen Nachfrageschwäche» hinter dem Vorjahr zurück. Dies
trifft Olimar an einem wunden Punkt, da 20 bis 25 Prozent des
Portugal-Geschäfts auf der Blumeninsel generiert werden. Die Azoren
liegen rund 30 Prozent über dem Vorjahr, jedoch «auf tiefem Niveau»,
wie Bürer erklärt.

Zusätzlich zu den Destinationskatalogen hat Olimar eine Golfbroschüre
auf dem Markt. Derzeit überlege man sich jedoch, wie und in welcher
Form dieses Produkt weitergeführt wird. Für einen Jahreskatalog stellt
sich die Frage der Aktualität, zudem schränkt der Prospekt das Angebot
ein, da nicht restlos alle Golfangebote von Olimar darin Platz finden.

Simon Benz

Die Highlights aus dem Olimar-Portfolio 2010

Aus wirtschaftlichen Überlegungen wurde für 2010 auf einen separaten
Kapverden-Katalog verzichtet und das Angebot in den Prospekt
«Einmaliges Portugal» integriert. Ferner erfuhr das Portugal-Programm
einen Ausbau im Bereich der Spezialreisen. Vor allem die Pool-Villen an
der Algarve sowie Rundreisen wie z.B. «Iberische Meisterwerke» – eine
Kombination von Südportugal und Andalusien – laufen sehr gut. Über das
ganze Olimar-Portfolio hinweg stark nachgefragt werden kulinarische
Rundreisen für Geniesser und Weinfreunde. Der «Himmlisches
Italien»-Katalog wurde um Cinque Terre erweitert und das Angebot der
oberitalienischen Seen ausgebaut. Die Toskana und Sizilien sind derzeit
am nachfragestärksten. Aus dem Katalog «Magisches Spanien» hebt Bürer
vor allem die Städte hervor, die derzeit gut gebucht werden, und
individuell mit Ausflügen kombiniert werden können.    

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