Die grösste Airline der Welt, American Airlines, schrieb im zweiten
Quartal 2008 einen Verlust von rund 282 Mio. Dollar. Bei
Oneworld-Bündnispartner British Airways sank der Gewinn vor Steuern im
ersten Quartal um fast 88% auf 37 Mio. Pfund. Und Iberia, ebenfalls ein
Oneworld-Bündnispartner, erzielte im ersten Halbjahr einen operativen
Verlust 32 Mio. nach einem Betriebsgewinn von 70 Mio. Euro im Vorjahr.
Natürlich sind die massiv gestiegenen Kerosinpreise der Hauptgrund für
die schlechten Resultate. Und um weitere Kostensenkungen zu
realisieren, haben sich die drei genannten Airlines nun verbündet.
Allerdings haben die drei Partner auch aus anderen Überlegungen
gehandelt: Ihr Bündnis Oneworld kam bisher nämlich nicht richtig aus
den Startlöchern.
Oneworld ist zurzeit nicht nur die kleinste der drei globalen
Allianzen. Sie ist auch die am schlechtesten integrierte. Bei Skyteam
geniessen Delta, Northwest, Air France-KLM, Alitalia und CSA
Antitrust-Immunity. Bei Star Alliance haben United, Lufthansa, Swiss,
Air Canada, Air New Zealand, SAS, TAP, LOT, BMI und AUA dieses Recht,
eventuell bald auch noch Continental. Bei Oneworld? Gab es bisher kein
Antitrust.
Das lag vor allem am Bermuda II-Abkommen von 1977, wonach nur BA, AA,
Virgin Atlantic und United von von London-Heathrow in die USA fliegen
durften. Mit der «Open Skies»-Vereinbarung zwischen EU und USA werden
diese alten Einschränkungen nun aufgehoben. Sollten die fünf
Oneworld-Mitglieder AA, BA, Iberia, Finnair und Royal Jordanian die
Immunität erhalten, könnten sie endlich Pricing, Netzwerk, Yield
Management und mehr untereinander absprechen und somit mit den anderen
Bündnissen auf Augenhöhe operieren.
Obwohl gewisse Mitbewerber Widerstand angekündigt haben, dürften die
Behörden dies- und jenseits des Atlantik der vertieften Allianz dieses
Mal den Segen erteilen. Der aktuelle (Öl-) Markt erfordert quasi eine
massive globale Airline-Konsolidierung kleinere Airlines schliessen
sich Konzernen an, grosse Konzerne schliessen enge transkontinentale
Bündnisse, ansonsten droht das Aus. Und eine Serie von Pleiten hätte
für die Konsumenten weit schlimmere Folgen und würde Preismonopolen
mehr Tür und Tor öffnen, als wenn dank der Konsolidierung neue
Wettbewerbsmöglichkeiten entstehen. Insofern ist die
«Elefantenhochzeit» von AA/BA, die bisher nur verlobt sind, durchaus zu
begrüssen.



