Doch in den letzten Wochen ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Die lang ersehnte Antitrust Immunity wurde erteilt, zudem wurde ein Joint Business Agreement zwischen AA und BA inklusive der fusionierten Iberia (IB) auf die Beine gestellt, und mit Air Berlin konnte ein gewichtiger Partner neu in die Allianz geholt werden. Sowohl BA als auch AA sind aktiv auf der Suche nach weiteren Akquisitionsobjekten. Oneworld ist wieder in aller Munde.
Air Berlin wird Oneworld 2012 beitreten; bereits 2010 stossen die russische S7 sowie 2011 die indische Kingfisher Airlines zwei wichtige Player aus Wachstumsmärkten zur Allianz. Hier ist anzumerken, dass bei Oneworld sich die beitrittswilligen Kandidaten nach der formalen Aufnahme durch die bestehenden Mitglieder zunächst technologisch so aufstellen müssen, dass sie für eine Aufnahme bereit sind. Deshalb dauert ein Beitritt jeweils rund 18 Monate. «Bei anderen Allianzen werden Neumitglieder einfach aufgenommen und danach die Prozesse harmonisiert», erklärt Gianni Tronza, Chef Zentraleuropa von AA und in der Schweiz Sprecher von Oneworld, «bei Oneworld wird konsequent auf Qualität statt Quantität gesetzt.»
Dem Wachstum steht also nichts im Weg. Tronza ist insbesondere im Transatlantikgeschäft zuversichtlich: «Mit dem Joint Business Agreement haben wir neue Möglichkeiten im Pricing, im Netzwerk und bei der Kapazitätsplanung. Das stärkt unser Produkt gegenüber den Corporate Accounts.» Im Transatlantikgeschäft sind die Flughäfen in London und New York mit Abstand die wichtigsten, und genau dort ist Oneworld stark. Allein ab London gibt es mit Oneworld-Car-riern täglich 15 Verbindungen nach New York, je vier nach Boston und Miami, drei nach Dallas und mehr an weitere Ziele.
In der Schweiz ist Oneworld bestens repräsentiert: American Airlines, British Airways, Iberia, Finnair, Malev und Royal Jordanian bieten alle Online-Verbindungen an insgesamt fast 100 Flüge pro Woche ab Zürich, Genf und Basel. Die weiteren Mitglieder wie Qantas bieten Flüge ab London und Frankfurt an, LAN und Mexicana via Madrid, sowie Cathay Pacific via Amsterdam, Frankfurt, London oder Paris. So sind ex Schweiz 650 Destinationen weltweit mit maximal einem Umsteigen zu erreichen. Allgemein sieht Tronza die Allianz Oneworld nun «wieder auf Augenhöhe mit Star Alliance und Skyteam» beim Hub-to-Hub Marktanteil bleibe Star zwar noch voraus, aber Oneworld sei nun ebenbürtig im Angebot.
Tronza weist jedoch auch darauf hin, dass Oneworld in den letzten Jahren durchaus aktiv war: «Das Geschäftsreiseprodukt Business Flyer zum Beispiel erfreut sich grosser Beliebtheit.» Business-Flyer-Tarife gibt es ab der Schweiz zu 220 Destinationen weltweit. Anmelden kann man sich einfach unter www.oneworld.com, es wird kein Mindestvolumen verlangt, und die Tarife sind in der Regel flexibel (d.h. kurzfristige Änderungen oder Refunds sind möglich). Die Ticketing-Instruktionen werden jeweils per E-Mail an den Agenten oder Endkunden übermittelt.
Ausserdem, so Tronza, habe Oneworld gezielt und innerhalb einzelner Kanäle kommuniziert, vor allem mit der Kernzielgruppe der Geschäftsreisenden. Doch er gibt auch zu, dass es zuletzt etwas ruhig war um Oneworld, und stellt in Aussicht, dass nun wieder auf breiter Ebene kommuniziert wird. Eine gute Gelegenheit dafür werden die zahlreichen neuen Codeshares sein, welche nun nach und nach implementiert werden. Dazu Tronza: «Wir sind jetzt in der ersten Phase mit der Codeshare-Implementierung im Rahmen des Joint Ventures. Daraus ergeben sich viele spannende Möglichkeiten.»
Wer up to date sein will, kann unter www.oneworld.com/switzerland spezielle Agenten-Seiten sowie Produktinfos finden; ebenso gibt es ein Forum sowie ein E-Learning-Tool mit Ausbildungsspielen.



