Pegasus, die von General Manager Sertac Haybat als «Low Cost Network
Carrier» bezeichnet wird, wurde 1990 als reiner Charter-Carrier
gegründet. Im 2005 wurde die Airline von Ali Sabancis ESAS Holding
übernommen. Kurz darauf folgten erste innertürkische sowie
internationale Linienflüge.
«Innerhalb der letzten vier Jahre ist der türkische Airline-Markt um 19
Prozent gewachsen», erklärt Haybat im Rahmen seiner Ansprache zum
Erstflug BaselIstanbul Sabiha Gökcen (SAW), «das Wachstum von Pegasus
betrug im gleichen Zeitraum 43 Prozent.» Insgesamt bedient Pegasus 18
türkische Destinationen und 16 internationale Strecken aus der
Schweiz werden heute zwölf wöchentliche Flüge von Pegasus durchgeführt.
«Die Lancierung der Verbindung BSLSAW ist ein Teil der Ausbaustrategie
von Pegasus, im Grunde hätten wir schon früher nach Basel kommen
sollen», erklärt der Generaldirektor gegenüber TRAVEL INSIDE. Der
Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg sei strategisch gut gelegen, da
auch die deutschen und französischen Grenzregionen in sein
Einzugsgebiet gehören.
Pegasus muss sich in Basel gegen eine starke Konkurrenz
behaupten, beispielsweise bietet Easyjet vier wöchentliche Flüge nach
Istanbul SAW. «Ich denke, wir kön-nen ein besseres Produkt anbieten.
Unsere Preise sind tief, und Easyjet kann im Gegensatz zu Pegasus kein
innertürkisches Flugnetz anbieten», so Haybat. Mit dem Start der
Verbindung BSLSAW ist Haybat zufrieden. Ab März 2010 soll die Strecke
sogar täglich bedient und eine Auslastung von über 70 Prozent erreicht
werden.
Das Flugangebot nach Zürich soll auch künftig unabhängig
von den BSL-Verbindungen gehandhabt werden. Haybat: «Wir bleiben auf
alle Fälle auch in Zürich. Die Leute sollen die Wahl haben, von wo aus
sie fliegen. Eventuell nehmen wir im nächsten Jahr sogar Genf in den
Flugplan mit auf.»
Im Sommer 2010 will Pegasus dem Schweizer Markt wieder mit Ferienflügen
zur Verfügung stehen. «Das Liniengeschäft soll das Charterbusiness
nicht beeinträchtigen, denn wir arbeiten sehr gerne mit den
Touroperators zusammen, wenn sie denn wollen», sagt der General Manager
und betont, dass man auch in Zukunft alle Vertriebskanäle nutzen will.
«Die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern und Reisebüros ist ein Teil
unserer Philosophie.»
Derzeit hat Pegasus Bestellungen von 24 Boeing B737-800 für USD 2,3
Mia. pendent. «Das ist das erste Mal, dass eine türkische Airline ohne
Backup der Regierung eine solche Bestellung aufgibt», erklärt Haybat.
Die 24 Maschinen sollen bis 2012 ausgeliefert werden, acht davon sollen
noch vor Ende Juni 2010 zur Flotte stossen. Zudem sei Pegasus für
weitere Flugzeugbestellungen in Verhandlungen.
Simon Benz



