Philippine Airlines setzt auf ihre Landsleute und ihren Service (Ausgabe 2013-48)

Die Traditions-Airline soll überdies auch Nonstopflüge nach Zürich in ihrer Langfristplanung haben. Höchste Zeit also, den National Carrier vorzustellen.

Philippine Airlines, in der Regel «PAL» genannt, jedoch mit two-letter-code «PR», fliegt seit dem 4. November erstmals nach 15-jähriger Absenz wieder nach Europa. Erstes Ziel der Nonstopflüge ab Manila war London-Heathrow. In der 1. Expansionswelle stehen weiter Flüge nach Amsterdam, Paris, Frankfurt und Rom auf dem Programm.

Als General Sales Agent für die Schweiz wurde APG Switzerland in Kloten erkoren. Laut Sprecher Heinz Wirthlin wird derzeit fieberhaft nach guten Zubringerflügen für die geplanten Gateways gesucht: «Ein Entscheid sollte demnächst getroffen werden.» Die London-Flüge können bereits heute ab der Schweiz gebucht werden, wobei die Feederflüge mit British Airways oder Swiss erfolgen können. «Die Zusammenarbeit wird in den nächsten Wochen und Monaten noch intensiviert, sodass noch einige Verbesserungen zu erwarten sind», versichert Wirthlin.

Da es zurzeit keine Direktverbindung Zürich–Manila gibt (früher bediente Swissair diese Strecke), stellt sich die Frage, ob PAL eventuell auch nach Zürich expandieren wird. Dazu Wirthlin: «Never say never. Man könnte sich durchaus Zürich als Hub inmitten Europas vorstellen, aber das wird zurzeit nicht diskutiert.» Allerdings weiss TRAVEL INSIDE aus einer Quelle in Manila, die nicht genannt werden will, dass Zürich durchaus auf der Planungsliste von PAL steht, und zwar für die 3. Expansionswelle – was heis-sen könnte, dass PAL bereits 2015 oder 2016 nach Zürich fliegen würde.

Vorerst geht es aber um die Vermarktung dieser Airline, welche viele Passagiere nicht oder nicht mehr kennen. Laut Wirthlin war die Schweiz schon in der Vergangenheit ein interessanter Markt für PAL: «Ein wichtiges Segment sind die vielen Filipinos, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben.» In der Schweiz leben rund 10000 Filipinos, europaweit rund 665000. Da ist viel Potenzial vorhanden. 

Sehr wichtig sei aber auch der Tourismus und damit die Zusammenarbeit mit den Schweizer TOs. Dazukommen die intensiven Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den Philippinen, welche nicht unbedeutenden Geschäftsverkehr kreieren.

Doch welches Produkt bietet PAL überhaupt an? Auf den London-Flügen werden bislang Boeing 777-300 ER mit 42 Sitzen in der Mabuhay (Business) Class und 328 in der Fiesta (Economy) Class eingesetzt. Die Maschinen werden aber in den nächsten Monaten mit einer Dreiklassenkonfiguration versehen, indem eine Premium Economy Class eingeführt wird. Dabei handelt es sich um eine separate Klasse und nicht nur um eine Eco mit mehr Sitzabstand. «Zukünftige Europa-Destinationen wird PAL auch mit A340-300 in Dreiklassen-Konfiguration bedienen», führt Wirthlin aus.

Es ist klar, dass die Konkurrenz hart ist. Emirates, Qatar Airways und andere fliegen nach Manila und/oder Clark (nördlich von Manila) und sind in der Schweiz bereits gut etabliert. Was hat PAL in die Waagschale zu werfen? «PAL kann ein vergleichbares Produkt anbieten», erklärt Wirthlin, «der exzellente Bordservice wurde in Asien mehrmals ausgezeichnet.» Ferner bietet die Schwestergesellschaft «PAL Express» innerhalb der Philippinen oder in der Region Flüge an. PAL Express ist eine Full-Service-Airline, welche über die GDS gebucht und auf PR-Tickets ausgestellt werden kann.

Jean-Claude Raemy