Kanada festigt 2008 seinen Rang als zweitwichtigste Ferndestination im Schweizer Markt.
Erwartet werden per Ende Jahr deutlich über 100000 Besucher, womit
Kanada wieder sehr nahe an den Zahlen von vor 9/11 ist. Jedenfalls
deutlich näher dran als die USA.
Am Rendez-Vous Canada dreht sich aber aus Sicht der «Sellers» alles um
den schwächelnden Quellmarkt USA, aufgrund der geografischen Nähe der
Hauptmarkt Kanadas. Die Rede ist von Einbrüchen zwischen 15 und 30%. Zu
tun hat dies mit der Schwäche des Dollars, den hohen Benzinpreisen und
der für Amerikaner neuen Pass-Vorzeigepflicht bei der Einreise nur
40% der Amerikaner besitzen einen Reisepass.
Jene Unternehmen, welche ihr Geschäft stark auf den US-Markt
ausgerichtet haben, stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie besinnen sich
jetzt auf die europäischen Quellmärkte. Die Preise werden teils
reduziert, teils zumindest nicht weiter angehoben, oder dann nur
leicht.
Die neun Schweizer Spezialisten vor Ort berichten von positiver Stimmung und gewissem
Entgegenkommen. Das Geschäft mit Kanada läuft gut laut aktuellen
Zahlen der Canadian Tourism Commission (CTC) lag die Anzahl Einreisen
aus der Schweiz im 1. Quartal 2008 um satte 11% über dem 1. Quartal des
Vorjahres. Gleichzeitig verzeichnete Kanada Rückgänge nicht nur aus den
USA, sondern auch aus Deutschland, Holland oder Italien. Also aus jenen
Märkten, welche im Gegensatz zur Schweiz von der kanadischen
Tourismusbehörde bearbeitet werden. Dabei liegt die Schweiz in puncto
Einreisen auf Rang 14 der kanadischen Quellmärkte, in puncto Ausgaben
vor Ort sogar auf Rang 10. Die Schweiz liefert also weitgehend ohne
Marketingunterstützung aus Kanada aktuell die besten Resultate.
Die Schweizer TOs haben sich an wenig Unterstützung aus dem Ausland
gewöhnt. Sie schätzen die im Vergleich zum amerikanischen Pow Wow
entspannte und persönliche Atmosphäre am Rendez-Vous. Doch trotz der
Rekord-Teilnehmerzahl wird man den Verdacht nicht los, dass in
Vancouver wenig neues Business generiert wird und zwei Jahre vor den
Olympischen Spielen auch relativ wenige echte Neuheiten präsentiert
werden. Viele unbesetzte Stände, kurzfristig abgesagte Meetings, ein
Verhältnis Seller-Buyer von 2,2:1 Business as usual? Vielleicht. Doch
hat die grüne, sichere, mit gutem Image versehene Destination Kanada
bestimmt noch viel mehr Potenzial. Bericht Seite 12



