Seit dem 1. Juni fungiert Paul Yankson, bislang als Regional Manager
Germany & Austria der australischen Fluggesellschaft Qantas tätig,
neu als Regional Manager Central Europe. Mit anderen Worten: Er hat neu
auch die Verantwortung für das Geschäft in der Schweiz übernommen.
Der gebürtige Engländer spricht fliessend Deutsch, nachdem er bereits
seit 1995 in Frankfurt residiert. Er ist seit Januar 2008 bei Qantas;
davor sammelte er während Jahren Airline-Erfahrung bei American
Airlines und British Airways. Er pflegt bereits regen Kontakt mit dem
Schweizer Qantas-Team und versichert: «Felix Werner bleibt das Gesicht
von Qantas in der Schweiz.»
Yanksons Ziel für den Schweizer Markt, welches er letzte Woche im
Gespräch mit TRAVEL INSIDE an der Fachmesse ATE in Melbourne
erläuterte, ist vordergründig simpel: «Wir müssen unser
Geschäftsvolumen halten können.» Aufgrund der angespannten
Wirtschaftslage ist dies gar nicht so einfach. Im aktuellen
Geschäftsjahr seien zwar die Umsätze und die Auslastung bislang stabil,
der Yield sei allerdings «massiv unter Druck». Qantas werde jedenfalls
das Geschäft mit dem Trade pflegen, zumal man in der Schweiz
traditionell stark von den Reiseveranstaltern abhängig ist, sowohl im
Leisure- als auch im Commercial-Bereich. Und obwohl laut Yankson
zurzeit nicht viel neues Business generiert werde, so behalte man auf
den Australien-Strecken einen Marktanteil «im sehr guten zweistelligen
Bereich». Präzise Zahlendetails lässt sich der sympathische Manager
nicht entlocken.
Viel lieber weist er auf die positiven Meldungen hin, welche Qantas an
der ATE verbreiten konnte. Beispielsweise wird der Ende 2008
eingeführte Service mit den Airbus A380 ausgebaut: Mit der Übernahme
des vierten A380 Ende Juli können die Verbindungen
SydneySingapurLondon von drei auf fünf Mal pro Woche und SydneyLos
Angeles von drei auf vier Mal pro Woche erhöht werden, und zwar ab dem
6. August.
Bis Ende Jahr werden zwei weitere A380 ausgeliefert, und Qantas wird ab
November sogar tägliche Flüge zwischen Sydney und London bzw. Los
Angeles anbieten können. Die A380-Verbindung MelbourneLos Angeles wird
dann von drei auf vier Mal pro Woche erhöht. Das ist auch für Yankson
erfreulich: Laut ihm laufen die Australien-Verbindungen ex Schweiz via
London zurzeit besser als jene via Frankfurt vermutlich aufgrund des
«A380-Effekts». Der A380 entwickelt sich für Qantas ohnehin zu einer
Erfolgsstory: Bis dato wurden bereits weit über 200000 Passagiere mit
dem Riesenflugzeug befördert, wie Rob Gurney (Group Commercial Manager
Qantas) auf einer ATE-Pressekonferenz mitteilte. Bestellt sind total 20
A380. Diese werden, gemeinsam mit bestellten Boeing B787, langfristig
die bestehende Flotte von B747 ersetzen. Ein Datum steht aber nicht,
zumal auch Qantas diverse Flugzeugbestellungen hinausgeschoben
hat.
Qantas hat in den letzten Monaten diverse neue Strecken eröffnet,
darunter etwa SydneyBuenos Aires, sowie die Verbindungen nach
Johannesburg und Shanghai ausgebaut. Dagegen zog man sich aus dem
Domestic-Geschäft in Neuseeland zurück. Dieses überlässt man der
Low-Cost-Tochter Jetstar.
Jetstar, erst seit fünf Jahren am Markt, hat bisher bereits über 45
Mio. Passagiere befördert, ist profitabel und hat sich auf diversen
Routen hohe Marktanteile gesichert, darunter stolze 55% im ganzen
Verkehr zwischen Australien und Japan. Obwohl man auch Flüge nach
Südeuropa ins Auge fasse, bleibe der Fokus aber auf Asien.
Rob Gurney sieht folglich Qantas als «gut aufgestellt für die kommenden
Herausforderungen». Da, wo die starken Quellmärkte jüngst eingebrochen
sind, etwa in Grossbritannien und den USA, wurden hochinteressante
Spezialtarife lanciert. Und nach Neuseeland können Kinder gratis
mitfliegen.
Wie der Schweizer Markt stimuliert werden soll, werden Yankson und Werner in nächster Zeit ausarbeiten.
Jean-Claude Raemy, Melbourne



