Die australische Fluggesellschaft Qantas befindet sich inmitten ihres
Geschäftsjahrs und dabei auf Rekordkurs. Im ersten Halbjahr, das Ende
Dezember 2007 auslief, betrug der Gewinn vor Steuern 905 Mio. AU-Dollar
(913 Mio. CHF), was einer Steigerung von 73% im Vergleich zum selben
Zeitraum des Vorjahres entspricht. Felix Werner, Acting Commercial
Manager von Qantas in der Schweiz, darf zwar keine genauen Zahlen
kommunizieren, lässt aber zumindest wissen: «Auch in der Schweiz
befinden wir uns gegenüber dem Vorjahr zweistellig im Plus.»
Zurückzuführen sei dies auf eine verbesserte Positionierung im
Australien-Geschäft sowie auch im Bereich Round-the-World, wo Qantas
gemeinsam mit den Allianz-Partnern von Oneworld (Stichwort «Visit
Passes») sehr gute Karten besitzt. Werner deutet aber auch darauf hin,
dass Qantas im Corporate-Bereich zugelegt habe, einerseits mit neuen
Geschäftskunden, andererseits mit bestehenden Kunden, welche nun mehr
mit Qantas fliegen sowohl nach Australien als auch auf Strecken in
Asien. «Wir profitieren dabei natürlich auch vom Joint Sales Agreement
mit British Airways», erklärt Werner.
Das ist nicht selbstverständlich, denn «die Konkurrenz ist härter als
auch schon», wie Werner selber zugibt. Emirates oder Singapore Airlines
haben mit ihren Double-Dailies ab Zürich und entsprechenden Anschlüssen
nach Australien dem australischen National Carrier klar den Kampf
angesagt. Gekontert hat Qantas auf mehreren Ebenen. Einerseits hat
Qantas das eigene Produkt verbessert.
Wesentlich dabei ist vor allem die neue «Premium Economy». Deren
Vorteile: Separater Premium Check-in am Flughafen, separate Kabine mit
nur 32 Sitzen (40 auf Flügen in die USA) mit einer Sitzbreite von 48 cm
und einem geräumigen Sitzabstand von 105 cm, 21,3 cm
Touchscreen-LCD-Bildschirm in den Armlehnen, Selfservice-Bar und
Comfort Kit. Die neue Premium Economy Class wird zunächst in B747-400
Flügen auf folgenden Strecken eingesetzt: Von Sydney nach London und
Flüge ab Bangkok, Johannesburg und Singapore. Ab August 2008 sind dann
auch Flüge ab Sydney nach Hongkong, und ab Mai 2008 ab Melbourne nach
London und von Singapore nach Hongkong mit der
Premium Economy ausgestattet.
Weiter hat Qantas das Domestic-Netzwerk verbessert. Auch um neue
Inlandkonkurrenz (v. a. Virgin Blue) zu bekämpfen, wurde die
Low-Cost-Tochtergesellschaft Jetstar gegründet. Dieser Brand ist zwar
hierzulande nicht sehr bekannt, wird aber durchaus verkauft
allerdings, wie Werner erklärt, nur die internationalen Strecken von
Jetstar, beispielsweise von Denpasar nach Sydney. Reine Jetstar-Flüge
werden dagegen nicht verkauft.
Auch das internationale Netzwerk wird weiter aufgebaut, zurzeit vor
allem Verbindungen AustralienUSA (auch dank einem neuen
Open-Skies-Abkommen zwischen den beiden Ländern). In diesem
Zusammenhang wichtig wird der Einsatz des Airbus A380 sein. Bisher
verlaufe alles nach Plan, so Werner: Ab November wird der A380 auf der
Strecke SydneyLos Angeles eingesetzt, und sobald der 2. A380 in der
Flotte ist im Prinzip ab Dezember wird dann auch SydneyLondon mit
dem Riesenflugzeug bedient, was auch für Schweizer Kunden von Interesse
sein wird.
Zurzeit buchen Schweizer Kunden laut Werner weiterhin vor allem
Australien im Sommer mehr Darwin und Cairns, im Winter mehr Sydney,
Adelaide, Melbourne und Perth. Die zweitwichtigste Destination ist
Neuseeland, das dritte grosse Qantas-Standbein sind, wie bereits
erwähnt, Round-the-World-Tickets. Stopover-Programme von Qantas gibt es
übrigens immer noch, diese sind in der Schweiz allerdings eine
Exklusivität von Nova Tours.
Zurzeit erstellt Werner, der damit rechnet, im Mai als Commercial
Manager Schweiz bestätigt zu werden, den Aktionsplan für das kommende
Geschäftsjahr. Geplant sind, wie üblich, Teilnahmen an Roadshows und
Workshops. Unterstützt wird er in der Schweiz von fünf Personen eine
in Genf und vier in Zürich.



