Rosige Aussichten für grünen Spezialisten (Ausgabe 2008-32)

Sara Marty über die 1. Staffel der Flex-winterproduktion

Positiv sieht die nahe Zukunft für Flex Travel unter der Leitung von
Matthias Huwiler aus. Aller wirtschaftlicher Schwarzmalerei zum Trotz
sei die Zahl der Vorausbuchungen bei einigen Des-tinationen markant
über den Vorjahreswerten. Auch wenn der Prozentsatz wegen der längeren
Laufzeit noch zurückgehen werde, sagt Huwiler: «Wir glauben an ein
grosses Wachstum.»

Als «Baukasten-Discounter», wie der Veranstalter mit den grünen
Katalogen auch schon bezeichnet wurde, sieht Huwiler Flex Travel nicht.
Nicht dass die Bezeichnung falsch wäre, im Gegenteil, biete Flex Travel
doch modulare Angebote zu attraktiven Preisen an. Und ein Blick in die
Kataloge – es muss nicht einmal der weisse Premium-Katalog sein –
liefere den Beweis, dass «Discounter» auch mit 5-Sterne-Hotels
vereinbar ist. Aber unvollständig sei der Begriff. «Spezialisierter
Baukasten-Discounter» müsse es heissen. Immerhin sei man spezialisiert
auf individuelle Reisegestaltung.

Der Kunde will vom Spezialisten Flex Travel aber nicht nur
Informationen, sondern auch konkrete Vorschläge – um diese dann nach
eigenen Vorlieben und Vorstellungen zu modifizieren. Mit anderen
Worten: Man muss dem Kunden Beispiele liefern. Diese bucht er zwar
nicht, er wird sie aber als Grundlage für seine eigene modulare Reise
nutzen, welche er bei der Buchung umgesetzt haben will. Gerade bei
länderübergreifenden Reisen in Südamerika oder Touren auf dem
Subkontinent Indien sei diese Art von «Hilfestellung» wichtig, so
Huwiler.

Auch als Spezialist nicht beeinflussen kann Flex Travel gewisse
Marktgegebenheiten. So besteht zwar eine rege Nachfrage für die Länder
Kambodscha, Laos, Vietnam, das lokale Angebot mag diese aber nicht zu
befriedigen. Umgekehrt würden positive Signale – oder auch nur weniger
negative Medienberichte – aus Ländern wie Sri Lanka oder Südafrika die
Nachfrage wohl stimulieren.

Flugkapazitäten sind ein anderes leidiges Problem. Gerade für das
südliche Afrika ist ihr Mangel ein Bremsfaktor. Ähnliches gilt aber
auch zu Lande. So sind zum Beispiel in Namibia Mietauto-Produkte im
höheren Segment sehr gefragt, jedoch kaum zu bekommen. Gerade bei den
Campern kann es eng werden. In diesem Fall probiert Flex Travel das
Problem mit einem neuen Anbieter zu umgehen. Und sollte so dem eigenen
Anspruch als Spezialist für flexible Reisegestaltung gerecht
werden.