Royal Jordanian (RJ) machten im vergangenen Jahr vor allem die wirtschaftliche Situation in Europa sowie die angespannte Lage in Middle East und Nordafrika zu schaffen. Dadurch, dass die Fluggesellschaft fast alle Flughäfen des Mittleren Ostens bedient, konnten die Prioritäten je nach politischer Si-tuation zwar verlagert werden um Verluste zu vermeiden, kam die Airline jedoch laut Maen Alsaleh (Regional Director Europe) nicht darum herum, einige Destinationen aus dem Flugplan zu nehmen und Kapazitäten zu reduzieren. Im Januar wurden die Flüge von Amman nach Zürich und Genf von vier auf drei wöchentliche Verbindungen gekürzt. Alsaleh hofft nun, per Ende Winterflugplan 2012/13 den Normalbetrieb wieder aufnehmen zu können: «Wir wollen die Schweiz in Zukunft fünf- oder sechsmal anfliegen. Unser Ziel ist letztlich ein täglicher Flug.»
Royal Jordanian fliege bereits seit 1973 nach Genf und sei damit der erste Middle-East-Carrier in der Westschweiz gewesen, so der RJ-Manager. Zürich wird seit 2002 angeflogen.
Die fünf Hauptmärkte des Oneworld-Carriers sind Nordamerika, -Europa, Middle East/Nordafrika, die Golfregion sowie Far East/indischer Subkontinent. Im kommenden Jahr will die Airline wieder wachsen. «Auf dem Plan stehen drei bis vier Destinationen in Europa, drei in Far East und zudem haben wir drei Ziele in Afrika ins Auge gefasst», erklärt der Regional Director Europe. Zudem soll im März 2013 die erste von insgesamt zwölf bestellten Boeing B-787 geliefert werden.
Die RJ-Flotte weist derzeit ein Durchschnittsalter von vier Jahren auf. Sämtliche Maschinen sind in zwei Klassen konfiguriert, selbst die Maschinen des Typs Airbus A320. In der Business Class verfügen die Maschinen über entsprechende Sitze und auch die Sitze in der Economy verfügen beispielsweise stets über eigene Bildschirme. «Wir bieten auf der Mittel- und Kurzstrecke ein Langstreckenprodukt. Das ist zwar teuer, aber wir haben uns bewusst in dieser Nische positioniert. Das ist auch Teil unseres Erfolges», so Alsaleh. Auch die Sitzabstände seien äusserst grosszügig: Mit 134 bzw. 136 Plätzen verfüge ein A320 von RJ beispielsweise über 25 Sitze weniger als diejenigen anderer Airlines.
In der Schweiz generiert Royal Jordanian laut Alaa Kokash (Area Manager Switzerland) rund 60 Prozent P2P- und 40 Prozent Beyond-Verkehr. Die Verteilung von Business- und Leisure-Verkehr hält sich in etwa die Waage, wobei in Genf der Anteil der Geschäftsreisenden und in Zürich der Anteil der Freizeitreisenden höher sei. Letztlich fokussiere die Airline aber auf beide Kundensegmente. «Aufgrund der Saisonalität des Leisure-Verkehrs ist uns der Mix sehr wichtig», erklärt Kokash.
Simon Benz



