Die SAS Group ist auf dem besten Weg, wieder profitabel zu fliegen und 2011 mit einem Gewinn abzuschliessen. Im zweiten Quartal 2011 konnten im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal die Erlöse um 20% (underlying, unter Berücksichtigung von Spezialeffekten, immerhin noch 7,5%) und die Passagier-zahlen um 18% gesteigert werden. Dies dank einer starken Nachfrage im Leisure-Segment und einem auf gutem Niveau gehaltenen Anteil an Geschäftsreisenden. Der Gewinn vor Steuern (EBT) beläuft sich im gleichen Zeitraum auf 729 Mio. Schwedische Kronen SEK (rund CHF 96 Mio.) gegenüber einem Verlust von 600 Mio. SEK im gleichen Quartal 2010. Für das erste Halbjahr 2011 weist SAS einen EBT von 175 Mio. SEK (CHF 23 Mio.) aus. Seit 2008 präsentiert SAS damit zum ersten Mal wieder ein positives Quartalsergebnis. «Das ist zwar noch weit von unserem längerfristigen Ziel einer EBT-Marge von 7% entfernt, aber die Richtung stimmt und ich rechne für 2011 mit einem Gewinn», erklärt Rickard Gustafson, seit Februar 2011 President/CEO der SAS Group, anlässlich eines Kurzbesuchs in Zürich.
Als Erfolgsfaktoren führt Gustafson das 2008 lancierte «Gesundungsprogramm» Core SAS an, mit dem 23% Kosten eingespart werden konnten, sowie die Devestition bei Spanair und Air Baltic und das Outsourcing einiger Service-leistungen am Boden. «Wir müssen die Kosten weiter unter Kont-rolle halten, können uns nun aber Investitionen in die Flottenerneuerung leisten, denn rund ein Drittel unserer Flugzeuge ist noch nicht State of the Art.» Neue B-737 (next generation) sollen die älteren MD-80 (bis 2013) und B-737 Classic (bis 2014) ersetzen. Die 30 bestellten A320 (neo) werden zwischen 2016 und 2019 zur Flotte stossen, die dann eine der jüngsten und energieeffizientesten sein wird. Bis Mitte 2012 soll der Entscheid über die Erneuerung der Langstreckenflotte gefällt werden. SAS verfügt aktuell über zehn Widebodies (A340/A330). Für den im März 2012 neu aufgelegten Flug KopenhagenShanghai wird eine verleaste A330 zur Flotte zurückgeholt.
Gustafson zeigt auch auf, dass SAS im Interkontinental-Verkehr Grenzen gesetzt sind: «Die entsprechende Nachfrage ist nicht gegeben. Wir haben einen sehr hohen Anteil an Flügen innerhalb Skandinaviens. Ein Beispiel: Die Region Nordic mit Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden hat rund 25 Mio. Einwohner und generiert 87 Mio. Passagen auf der Kurz-/Mittelstrecke, was bedeutet, dass jede Person in dieser Region pro Jahr 3,5 Flugreisen unternimmt. In Zentral-europa liegt dieser Wert bei 1,6, in Grossbritannien bei 2,8 und in Frankreich und den Benelux-Ländern bei 1,4. Auf der Langstrecke liegt der Wert in den nordischen Ländern mit 0,3 am Schluss der europäischen Skala. Nur rund 30%unserer angebotenen Sitzkilometer entfallen auf die Langstrecke, bei Lufthansa oder Swiss betragen diese Werte 65 bzw. 69%. Unsere grösste Herausforderung liegt darin, dass wir im Europa-Verkehr möglichst grosse Erträge generieren und gleichzeitig konkurrenzfähig gegenüber den gerade in Skandinavien starken Low Cost Airlines bleiben.»
Europäisch führend in der Pünktlichkeit der Flüge, ein konsequentes One-Way-Preissystem (ein attraktives Return-Preissystem wird aktuell auf vier europäischen Strecken getestet), ein gesunder Heimmarkt, die kontinuierliche Anpassung von Frequenzen sowie neue Routen, ein konsequentes Kostenmanagement, Investitionen in eine effizientere Flotte und ein grosses Netzwerk innerhalb der Mitgliedschaft zur Star Alliance sind für Gustafson die besten Voraussetzungen, um bei den Kunden zu punkten und damit eine nachhaltige Profitabilität für eine eigenständige Zukunft erreichen zu können.



