SAS prüft Retourticket-Angebot und 3. Helsinki-Flug von Blue1 (Ausgabe 2011-31)

Rosanna Cataldo, die neue Schweiz-Chefin von Scandinavian Airlines (SAS), zum Geschäft und den Zielen des Carriers.

Frau Cataldo, seit einem Monat sind Sie District Manager SAS Schweiz und haben zusätzlich zu Ihren bisherigen Funktionen auch jene Ihres bisherigen Chefs übernommen. Lässt sich dieser Job allein sinnvoll bewältigen?

Sicher ist es eine Herausforderung, die zusätzlichen Funktionen im Geschäftsalltag zu integrieren. Wir haben aber im Vorfeld die Arbeitsprozesse durchleuchtet und in gewissen Fällen hat eine Umverteilung der Arbeiten innerhalb des Teams stattgefunden. Wir sind gut eingespielt und unter-stützen einander, um die «Revenue Budget»-Vorgaben einzuhalten.

Wie gross ist das SAS-Team?

Es sind wie bisher fünf Personen zu führen.

Wie sieht das SAS-Geschäft ex Schweiz überhaupt aus? 

Unser Hauptgeschäft ist der Verkehr zwischen der Schweiz und Skandinavien. Touristisch verteilt es sich über ganz Skandinavien und immer mehr nach Finnland, wobei das Schwergewicht klar in den grossen Städten, im hohen Norden und – dank der Hurtigruten – auch im Westen Norwegens liegt. Das Corporate-Geschäft verteilt sich auf die grösseren Städte sowie auf die industriellen Zentren in Schweden und Finnland.

Auch das Überseegeschäft ist wichtig. Wir vermissen zwar die frühere Paradestrecke nach Seattle, doch laufen unsere Stammrouten nach Ost und West gut. Die neue Shanghai-Route wird eine wichtige Ergänzung sein. 

Wie sieht der Vertrieb in der Schweiz denn aus?

Gut drei Viertel unseres Umsatzes wer-den über Reisebüros generiert. Da unser Hauptgeschäft die Geschäftsreisen sind, gehen nur rund 10% über die OTAs. Der Rest sind Eigenverkauf und Verkauf durch die finnische Tochter Blue1.

SAS gehört zu den raren Full-Service-Airlines, welche ausnahmslos One-Way-Tickets bieten und kostenlose Annullationen innerhalb 24 Stunden ermöglichen. Wie ist das möglich?

Bei SAS haben kreative Lösungen Tradition: Das One-Way-Konzept gehört dazu. Wer Wegbereiter ist, riskiert aber, dass der Markt oder die Kunden noch nicht bereit dafür sind. Deswegen führt SAS Tests durch mit zusätzlichen, supergünstigen Rückreisetarifen.

Das One-Way-Konzept wurde nicht für Geschäftskunden konzipiert, sondern richtete sich gegen die Low-Cost-Konkurrenz in Skandinavien, also gegen Norwegian, Sterling, Ryanair oder Easyjet. Die grosszügigen Annullations-bestimmungen richten sich nach den EU-Regeln, wo die Skandinavier immer darauf bedacht sind, die vorgeschriebenen Kundenvorteile einzuhalten. 

SAS gilt als sehr innovative Fluggesellschaft. Was schätzt die Schweizer Kundschaft besonders?

Abgesehen von unserem dichten Netzwerk in Skandinavien schätzen Geschäftsreisende unsere Pünktlichkeit und das Dreiklassenkonzept. Wichtig sind auch SMS-Check-in und SMS-Infos über «flight irregularities» in Skandinavien. Im September werden wir den EuroBonus-Gold-Kunden inner–
halb Skandinaviens den «Smart Pass» anbieten, welcher es erlaubt, schneller und bequemer das Gate zu erreichen.  

Gibt es auch Neuerungen bzw. eine Modernisierung im Inflight-Bereich? 

Ich glaube nicht, dass unsere Inflight-Ausstattung weniger modern ist als bei anderen Fluggesellschaften. So oder so hat SAS eine grosse Anzahl neuer Flugzeuge (Airbus und Boeing 737NG) bestellt, die in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen. Ausserdem ist im Herbst geplant, auf allen Kurz- sowie Langstrecken Internetzugang an Bord zu ermöglichen. Wir wollen zudem die Möglichkeit bieten, Mobilfunk-Dienstleistungen zu benutzen. 

Wie entwickelt sich Blue1 in der Schweiz?

Sehr erfreulich, wir haben den Marktanteil vergrössert und den ex Schweiz verkauften Anteil der Flüge beibehalten können. Blue1 prüft nun die Möglichkeit, einen dritten täglichen Flug auf der Strecke Zürich–Helsinki einzusetzen. Dieser Erfolg ist auf das One-Way-Konzept und das «Premium-Konzept» zurückzuführen, das Business-Service zu B-Class-Tarifen bietet.

SAS: neuer Chef für Zentraleuropa

Seit dem 1. August ist der Schwede Björn Ekegren (49) neuer Regional General Manager Zentraleuropa von SAS und damit der direkte Vorgesetzte von Rosanna Cataldo, denn zur Region Zentraleuropa zählen Deutschland, die Schweiz und Österreich. Ekegren übernimmt den Posten von Elisabeth Milton Hemmingsen, welche neu in Stockholm als Vice President International Sales für alle internationalen SAS-Regionen in Europa, den USA und Asien verantwortlich ist. Ekegren, seit 1987 bei SAS, war zuletzt Leiter Business Intelligence & Strategic Projects in Schweden.

Jean-Claude Raemy