Das Ende der SBB Reisebüros ist auch das Ende für jährlich gut 20 Lehrstellen in der Schweiz. Bei denen, die bereits in der Lehre stecken, herrscht Frust. So berichtet Bernard Kohli von der Schweizer Handelsschule für Tourismus in Zürich (SHT/Tourismus KV) von mehreren Interessenten, die am Ende des ersten Lehrjahrs stehen und nun von der Beruflichen Grundbildung (BOG) in die Schulische Grundbildung (SOG) wechseln möchten. «Denen ist es offenbar zu öde, irgendwo in einer SBB-Verwaltungsabteilung zu landen, wenn die Berufswahl Reisebüro war», so der Schulleiter. Nach dem ersten Jahr sei der Umstieg ins Tourismus-KV der SHT möglich. Man habe mit dem Konzept Schule und Praktikum dieselbe Anerkennung wie die BOG, so Kohli.
Alle Lehrverträge der SBB laufen über die Login-Berufsbildung. Deren Sprecherin Manuela Kern betont gegenüber TI nochmals, dass alle Lernenden ihre Berufslehre abschlies-sen könnten. «Es werden keine Lehrverträge aufgelöst.» Bis Ende September wolle man für alle eine Lösung finden. Zu den möglichen Varianten gehören der Einsatz in einem externen Reisebüro (mit Login-Vertrag) oder der Wechsel in die KV-Lehre öffentlicher Verkehr.
Vom Wegfall der SBB-Lehrstellen ist auch der vom SRV beauftragte Bildungsträger, die Internationale Schule für Touristik (IST), betroffen. «Unser Auftrag schrumpft», sagt Direktorin Hanna Rychener. Auch auf die Höhere Fachschule der IST habe dies Einfluss. Drei bis vier SBB-Lernende jährlich hätten bislang direkt den Weg von der Grundbildung in die HF gewählt. Schade sei es um den Ruf der Reisebürolehre. Rychener: «Wieder ein Zweig, der wegfällt, das verstärkt den Gesamttenor der Verunsicherung.»
SG



