Schweizer TO wollen deutsche Preisführerschaft brechen (Ausgabe 2007-51)

2008 droht im Massengeschäft ein Preiskampf – Schweizer Generalisten kontern deutsche Marktteilnehmer.

TUI Suisse ist bei der günstigen bis billigen Preisgestaltung derzeit
federführend. Dies belegt jedenfalls die gewonnene Selbstsicherheit:
Martin Wittwer (CEO) zufolge ist man für Badeferien der neue
Marktführer in der Schweiz. Diese Vormachtposition im Massengeschäft
hat man sich wohl auch erkauft, wie der Slogan «unverschämt deutsche
Preise» von TUI es andeutet. Die hiesige Tochter von Europas
Reisegigant spielt ihre Vorteile bewusst frühzeitig aus. Der Sommer
2008 – nicht nur die Günstigmarken – ist bei TUI Suisse seit Mitte
November mehrheitlich buchbar.

Hotelplan Schweiz hat vor zwei Wochen mit M-Travel nachgezogen und den
Saisonstart um einen Monat vorverlegt. Gleichzeitig wurde ein
Frühbucher-Katalog lanciert, der später durch eine Zweitauflage ersetzt
wird – man kopiert so 1-2-Fly aus dem Hause TUI.

Nicht unter Zeitdruck sieht sich derweil Kuoni Schweiz: Helvetic Tours
steigt erst am 14. Januar in den Ring. Die angekündigte
Repositionierung im Massengeschäft wird seit Wochen geheim gehalten.
Publik gemacht wurde erst: «Unverschämt billig sind sie alle.
Unverschämt günstig und wirklich schön ist nur einer. Helvetic Tours –
der schöne Schweizer.»

Öl ins Feuer giessen in der Schweiz zwei weitere Ableger von
Reisekonzernen in Deutschland: FTI Touristik wirbt seit der Buchbarkeit
im Sommer 2007 über CETS und Touronline Easy mit «sündhaft deutschen
Preisen»; und Neckermann ist hierzulande für den Sommer 2008 auf diesen
Zug aufgesprungen und verspricht «Reisen zu wirklich deutschen Preisen».

Der Newcomer ITS Coop Travel – eine Tochter des Basler
Detailhandelsriesen und der Kölner Rewe Touristik – fordert die
Konkurrenz ebenfalls heraus und rühmt sich schon nach dem ersten
Geschäftsjahr mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis. Andreas Restle
(CEO): «Dies zeigen die Preisvergleiche. Es gab noch keinen
Gegenbeweis, sprich keine Rückzahlung.»

Der Preiskampf, von dem nur die Kunden profitieren können, scheint vorprogrammiert.