Wie war die Entwicklung der Passagierzahlen 2008 aus der Schweiz heraus?
Michael Bentele: 2007 sind wir ja noch teilweise in die Schweiz
geflogen, danach haben wir die Flüge nach Zürich eingestellt. Dadurch
waren die Pax-Zahlen aus der Schweiz 2008 natürlich rückläufig.
War der Rückgang ungefähr im erwarteten Rahmen?
Michael Bentele: Klar, wir mussten mit Einbussen aus dem Schweizer
Markt rechnen. Dass wir in der Schweiz eine Überkapazität hatten, zeigt
ja auch die Tatsache, dass selbst eine Swiss im heutigen Marktumfeld
ihre sieben Dienste nicht füllen kann und deshalb auf sechs reduziert
hat. Als wir noch geflogen sind, gab es 14 Flüge pro Woche aus der
Schweiz. Das war eine massive Überkapazität.
Wollen die Schweizer nicht lieber nonstop fliegen?
Michael Bentele: Wir verlieren natürlich die Passagiere, die
Nonstop-Flüge bevorzugen keine Frage. Das war aber so einkalkuliert.
Andererseits haben wir ein Codeshare Agreement mit Swiss und arbeiten
so partnerschaftlich zusammen.
Hat sich die Zusammenarbeit mit den Schweizer TOs seit Ihrem Rückzug verändert?
Michael Bentele: Wir haben sehr loyale Supporter aus der Schweiz. Diese unterstützen die SAA weiterhin fantastisch.
Wie läuft die relativ neue Verbindung ab München?
Michael Bentele: München ist ein relativ neuer Dienst, den wir erst
noch stärker etablieren müssen. München bringt aber bereits ein recht
ordentliches Ergebnis mit einem Ladefaktor von ungefähr 70 Prozent. Wir
würden gerne rund 80 Prozent sehen, müssen aber
natürlich das derzeitige Marktumfeld berücksichtigen. Die Anbindung an
den Flughafen München ist fantastisch: Sehr gute Umstei-gemöglichkeiten
mit einer Mindestumsteigezeit von nur gerade 30 Minuten, was führend in
Europa ist.
Welche Verbindungen werden in der Schweiz am meisten gebucht?
Reto Wodiunig: Im Schweizer Markt ist vor allem München beliebt, danach
folgt Frankfurt. Die Schweizer fliegen nicht gerne via London, deshalb
ist einzig die Direktverbindung ab London nach Kapstadt gefragt, nicht
aber die Flüge nach Johannesburg.
Sind in der Schweiz Aktivitäten zum 75-Jahr-Jubiläum der SAA geplant?
Michael Bentele: Es gibt allgemeine Aktivitäten. So nehmen wir die
Sportausrüs-tung, z.B. die Golfausrüs-tung, bis 20 kg gratis mit.
Reto Wodiunig: Zusätzlich gibt es in der Schweiz
Jubiläums-Preis-Specials. Wir sind zwar nicht die billigsten das
wollen wir auch nicht sein haben aber sehr interessante Preise.
Gibt es auch Jubiläums-Aktivitäten mit dem Trade?
Dagmar Biemueller: Wir haben gerade die Website www.asksaa.com neu
auf-gebaut und lanciert. Wir werden nun extra für die Schweiz eine
Unterseite machen und zusammen mit den Schweizer TOs Programme
entwickeln. Wir werden die entsprechenden Seiten verlinken und können
auch gemeinsame Promotions fahren oder gemeinsam mit Gewinnspielen neue
Kunden an uns binden. Eine weitere Möglichkeit ist ein gemeinsamer
Newsletter.
Wir werden zudem als weltweiter Sponsor der ATP, also des
Herren-Tennis, im nächsten Jahr erstmals das Turnier in Zürich
unterstützen und werden die Möglichkeit haben, zusammen mit TOs weitere
Kunden auch Neukunden einzuladen.
Was passiert, wenn sich die Schweiz für die Fussball-WM 2010 qualifiziert?
Michael Bentele: Derzeit sind keine Zusatzkapazitäten oder die Aufnahme
von neuen Routen im grösseren Stil geplant, alleine deswegen, weil das
gesamte WM-Turnier vier Wochen dau-
ert und es sich für eine Airline nicht lohnt, für diese kurze Zeit ein
zusätzliches Fluggerät zu akquirieren sowie Crews einzustellen.
Wir werden aber versuchen, die Kapazitäten ideal bereit zu stellen je
nachdem, wer sich qualifiziert. Nehmen wir an, Deutschland kann sich
nicht qualifizieren, die Schweiz aber schon, dann können wir natürlich
auch dem Schweizer Markt die Kapazitäten ab München und Frankfurt
entsprechend zur Verfügung stellen. Denkbar sind auch Tagesflüge. Dem
Fussball-Fan ist es egal, ob er morgens oder abends ankommt. Dieses
Szenario müssten wir dann anschauen, ist aber derzeit noch nicht in
Planung.
Was kann der Markt noch von der SAA erwarten?
Michael Bentele: Wir haben in nächster Zeit sicher einen stabilen
Schedule mit einem hervorragenden Produkt sowohl in Economy wie auch in
Business Class. Die modernen Flughäfen München und Frankfurt können
sich sehen lassen, genauso wie jetzt Johannesburg. Ich denke, das Paket
SAA ist auch für den Schweizer Markt sehr interessant und attraktiv.
Wir freuen uns über die Loyalität aus dem Schweizer Markt. Natürlich
wissen wir, dass uns nichts geschenkt wird und wir deshalb weiter hart
arbeiten müssen, um das Vertrauen der Schweizer Kunden und TOs zu
verdienen.
Chris Probst, Durban



