Spezialisten-TO von Globetrotter (Ausgabe 2010-31)

Ruedi Bless, CEO von Globetrotter Tours, produziert zusammen mit 21 Mitarbeitenden Reisen unter verschiedenen Brands.
Erst kürzlich hat Globotrek & Background Tours AG den Firmennamen in Globetrotter Tours AG (GTT) geändert. Damit soll der Name vereinfacht und die nähere Anbindung an die Globetrotter Group manifestiert werden. CEO Ruedi Bless erklärt: «Am Auftritt gegenüber Reisebüros und Kunden ändert sich nichts; die Marken Globotrek, Globotrain, Globoship, Background Tours, Shangrila Tours und Schafer Travel treten weiterhin mit ihren Namen auf. Dies bleibt mittelfristig auch so.»

Bless und sein Team von 21 Mitarbeitenden (16,5 Stellen) haben ihre Büroräumlichkeiten in der Stadt Bern. In der Abteilung Background Tours unter Leitung von Bless werden vorwiegend Gruppenreisen organisiert, in der Abteilung Globotrek unter Leitung von Reto Schläpfer vielfach auch Individualreisen. Fast allen Marken von GTT gemeinsam: Wenn es sich um Gruppenreisen handelt, sind es Kleingruppen mit maximal 15 Personen.

Im Gespräch mit TI erklärt Bless, wie sich die einzelnen Marken positionieren:

Background Tours: Studienreisen mit Genussfaktor – teils prominente Fachleute, welche die bereisten Länder meist aus beruflichen Gründen kennen, begleiten die Reisen. Durchschnittsalter der Kunden über 60. Verkauf zu 95% direkt, 2% über Glo-betrotter-Filialen und 3% über Agenten.

Globotrek: Begleitete Trek-kings für alle gesunden Leute. Kundenalter 40-50 Jahre. Verkauf 80% direkt, 15% Globetrotter-Filialen, 5% Agenten.

Globotrain: Schienenabenteuer für jedermann auf allen Kontinenten. Kundenalter bei Gruppenreisen um 60 Jahre, bei Individualreisen 30-40 Jahre. Verkauf Transsibirische Eisenbahn zu über 90% über Globetrotter-Filialen. Praktisch kein Direktverkauf, weil die Produkte zu beratungsintensiv sind. Anders bei den Gruppenreisen, welche zu über 90% direkt verkauft werden.

Globoship: Spezielle Schiffsreisen abseits der gewöhnlichen Kreuzfahrten-Routen. Sehr unterschiedliches Kundenalter zwischen 20 und 80 Jahre, auf den Frachtschiffen eher ein älteres Segment.

Shangrila Tours: Reisen auf dem indischen Subkontinent. Alter zwischen 30 und 60.

Schafer Travel: Wurde am 1. Juli 2009 übernommen. Special Interest Gruppen, zum Beispiel Weinfachleute, Pilger, Rentnerorganisationen. Die Reisen werden nach Nachfrage produziert. «Wir hatten immer mehr Anfragen für solche Reisen, deshalb haben wir Schafer akquiriert», erklärt Bless.

Die Globetrotter Group, Muttergesellschaft von Globetrotter Tours, hat rückwirkend per 1. Januar 2010 Media Touristik übernommen. Obwohl Media Touristik nicht Bestandteil der GTT ist, gibt es Synergien mit den Marken Turiqum und Atlas von Media Touristik. Bless: «Turiqum bietet teilweise ähnliche Reisen an wie Schafer. Zudem sehe ich Synergien zwischen Atlas und Globotrain mit der Transsibirischen Eisenbahn. Die genaue Zusammenarbeit wurde aber noch nicht ausdiskutiert. Eine Option wäre sicher ein Zusammengehen von Schafer und Turiqum, eine andere Option wäre die Einbindung von Atlas in Globotrain.» Bless kann sich zudem vorstellen, in Zukunft weitere TOs unter Globetrotter Tours zu akquirieren: «Dies aber sicher nicht heute und morgen. Es gibt keine konkreten Pläne dafür.»

Für die Zukunft ist Bless sehr optimistisch: «Ich habe überhaupt keine Angst. Wir sind stabil mit guten Erträgen. Wenn man so spezialisiert ist wie wir und die Marken etabliert sind, hat man immer eine Chance.» Es gibt auch Gefahren. «Diese sind je nach Marke unterschiedlich. Mit Background zum Beispiel reisen wir in politisch kritische Destinationen und brauchen deshalb immer neue, gute Experten. Bei Globotrek ist der Himalaya ein gewisses Klumpenrisiko. Würde es Probleme in Nepal geben, wäre die Hälfte des Umsatzes weg», sagt Bless.

Als Erfolgsgeheimnis sieht Bless wie bei der gesamten Globetrotter Group die vielen langjährigen Mitarbeitenden: «Bei uns herrscht ein etwas anderer Umgang als bei anderen TOs. Die Freude an der Sache ist bei allen da, die guten Zahlen ergeben sich dann automatisch daraus.»

Chris Probst