Stabile Zahlen an Ferienmessen – Travelexpo Luzern fällt ab (Ausgabe 2013-09)

Die Branche zeigt sich unzufrieden mit der Luzerner Messe.

Die Ferienmesse-Saison 2013 ist vorbei. Das zahlenmässige Fazit ist durchzogen: Zürich legte ein starkes Resultat hin, Basel konnte dank der Kombination mit der Muba wieder mehr Leute anziehen. Bei den restlichen Messen waren die Besucherzahlen stagnierend oder rückläufig. Auffällig ist der Rückgang um über 4000 Besucher bei der Travelexpo Luzern. Dies korreliert mit den Stimmen aus der Branche, die sich mit Luzern mehrheitlich unzufrieden zeigten. 

«Am Freitag und Samstag war es in Luzern schon sehr ruhig», bilanziert etwa Michèle Petermann (Dubai/Corps Touristique). Für Werner Bürer von Olimar stand Luzern an letzter Stelle: «Die Travelexpo muss sich dringend ein anderes Konzept überlegen, wenn die Messe überlebensfähig sein will. Das Ambiente stimmte nicht, es bräuchte mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.» Und ein Vertreter von FTI meinte: «Die Besucherfrequenz hat gefehlt. Wir als grösserer TO brauchen einfach 25000 bis 30000 Leute.» 

Messedirektor Peter Plan dazu: «Das Traumwetter an diesem Wochenende hat uns punkto Besucheraufmarsch einen Strich durch die Rechnung gemacht.  Lob gab es aber über die hohe Qualität der Besucher. Auch organisatorisch ist die Messe gut verlaufen.» 2014 könne die Travelexpo dank dem neuen Messegelände dann über zwei grosse Hallen und ein Kongresszentrum verfügen. «Das wird unser Rahmenprogramm und die Attraktivität erhöhen», so Plan.

Den anderen Messen ist es heuer besser ergangen. Daniel Wyss, Noch-Geschäftsführer von Faircom (Veranstalter Zürich, Bern, Basel und Genf), zieht eine positive Bilanz: «Ich habe in den letzten 17 Jahren alle Höhen und Tiefen erlebt. Zurzeit befinden wir uns sicherlich nicht in einer Krisenphase.»

Insbesondere für Bern gibt es auch Lob von Olimar und FTI. «In Bern konnte ich meine Ausgaben schon an der Messe wieder hereinholen», so Bürer von Olimar, und FTI bescheinigt Bern ein «klassisches Messepublikum, das gerne direkt an der Messe ‹abdrückt›.»

Bettina Güntensperger von der Olma Messen St. Gallen begründet den leichten Besucherschwund an Ferienmesse St. Gallen mit der parallel stattfindenden Fasnacht und dem ersten Sonnentag seit langem. «Das Feedback der Aussteller war aber positiv, und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher war länger als im Vorjahr.» 

Stefan Jäggi/ Jean-Claude Raemy