Steht nächste Elefantenhochzeit in den USA an? (Ausgabe 2011-42)

American Airlines im Visier der Spekulationen.

Vor zwei Wochen überraschte der Absturz der Aktien von AMR, der Muttergesellschaft von American Airlines (AA), die Fachwelt. Trotz Verlusten im 2. Quartal 2011, in welchem die Konkurrenz Gewinne schrieb, galt AA als finanziell solid. Dennoch reissen die Spekulationen über ein «Chapter 11», also ein Gläubigerschutzverfahren, seither nicht ab.

AA war als einzige «Major Airline» der USA nie unter Chapter 11. Doch die Konkurrenz konnte sich so unter dem Schutz des Programms sanieren; dazu entstanden jüngst neue Giganten: Delta und Northwest sowie United und Continental haben fusioniert und AA als Weltnummer 1 abgelöst.

Wird nun AA mit dem letzten verbliebenen «Major», US Airways, fusionieren? AA hat angekündigt, einerseits den Gläubigerschutz abwenden und andererseits selbstständig bleiben zu wollen. Das eine bedingt das andere, denn: Sollte AA unter Chapter 11 treten, würden andere Airlines sofort als Käufer auftreten. Denn unter diesen Umständen darf eine kleine Airline eine grössere Airline besitzen. Der aktuelle Aktienkurs von AA liegt mit USD 2.50 zudem klar unter den USD 7.10 zu Anfang des Jahres bzw. USD 40 zu Beginn von 2007…So einfach wäre eine Fusion aber nicht. US Airways, 2005 mit America West Airlines fusioniert, ist Mitglied der Star Alliance, AA von Oneworld. Dazu hat US Airways bereits zwei erfolglose Merger-Verhandlungen (beide mit United) hinter sich. 

Vorerst konzentriert sich AA darauf, Kosten zu sparen. Im laufenden Quartal wird die Kapazität um 3% zurückgefahren, 2012 werden elf Flugzeuge eingemottet.         

JCR