Stetes Wachstum, kaum Überraschungen (Ausgabe 2008-26)

Sara Marty zur Umfrage über die Buchungsstände

Die Ergebnisse der zweiten Umfrage zum Buchungsstand für den Sommer
2008 liegen vor: FTI Touristik, ITS Coop, Kuoni und TUI Suisse
vermelden ein sattes zweistelliges Plus gegenüber dem Vorjahr, M-Travel
Switzerland muss einen Minuswert verzeichnen – die in der ersten
Umfrage des Jahres vorgezeichneten Tendenzen haben sich im Grossen und
Ganzen bestätigt.

Das Interesse liegt in den Details. Ein Blick auf die Tabelle der
Buchungsstände offenbart einen grossen Gewinner: Ägypten. Die
Destination am Roten Meer legte bei allen Befragten im zweistelligen
Bereich zu, einzig TUI muss sich bei Hurghada mit einem Wachstum im
einstelligen Prozentbereich zufriedengeben. Ein ähnlich positives Bild
bietet Tunesien, wenn auch bei ITS Coop und bei TUI die Zuwächse seit
März leicht abgenommen haben.

Durchzogen sind die Aussichten für Faro: Keiner der befragten
Veranstalter konnte den Buchungsstand vom März halten. Ein anderes
Sorgenkind ist Kroatien: TUI hat das einstellige Minus des Frühlings
zumindest auf Vorjahresniveau gehoben, eine grosse Steigerung scheint
mangels guter Fluglösungen jedoch nicht realistisch. Auch bei ITS Coop,
das Dubrovnik und Split neu im Angebot führt, liegen die beiden
Destinationen laut Geschäftsführer Andreas Restle unter den
Erwartungen.

Ein heterogenes Bild zeigen die griechischen Inseln. Während FTI nur
auf Rhodos leicht zugelegt hat, konnte sich ITS Coop auf vier Inseln
markant steigern. Kuoni und TUI verbuchen für einige Ziele – darunter
die Bestseller Kreta und Rhodos, aber auch Samos – ein schönes
Wachstum, müssen für andere Inseln wie Lesbos, Skiathos oder Zakynthos
jedoch einen happigen Rückgang verbuchen, wobei diese in der Regel mit
veränderten Flugrotationen zu erklären sind.

Die Gründe für frappante Veränderungen innert Jahresfrist liegen nicht
zwangsläufig in schlechter Planung. Weit banaler – oftmals ist die
Statistik schuld. Weil die auf die Buchungsstände Einfluss nehmenden
Parameter weder bei allen TOs noch von Jahr zu Jahr dieselben sind, ist
ein absoluter Vergleich nicht möglich. Ein solcher ist jedoch gar nicht
nötig, sagen die Tendenzen doch bereits viel aus. Wenn M-Travel
Switzerland Buchungsstände im negativen Prozentbereich mit reduzierten
Kapazitäten begründet, ist das korrekt. Die Tatsache, dass die
Kapazitäten reduziert wurden, ist jedoch ebenso aussagekräftig wie die
negativen Vergleichswerte.