Mitte Januar nahm die österreichische Regional-Fluggesellschaft Intersky die Strecke Zürich – Graz neu ins Programm auf, im April folgte Zürich – Salzburg. Geflogen wurde an jeweils sechs Wochentagen. Zürich – Graz wurde zunächst zweimal pro Tag angeboten, im Sommerflugplan wurde dann auf dreimal täglich aufgestockt. Zürich – Salzburg wurde von Beginn weg dreimal täglich geflogen.
Mehrere Monate wurde mit der Swiss über eine mögliche Kooperation verhandelt, nur die Ratifizierung des Interlineagreements stand noch aus. «Ziel der gemeinsamen Kooperation mit Swiss war es, nicht nur für die lokalen Passagiere mit einem Früh- und Spät-Flug diese Strecken zu bedienen, sondern durch genau abgestimmte Zeiten auch die Anschlüsse von Swiss mit minimalen Umsteigezeiten zu erreichen. Um dies zu gewährleisten, erklärte sich Intersky bereit, von Anfang an zusätzlich auch noch eine dritte tägliche Rotation anzubieten», erklärte Peter Oncken, geschäftsführender Gesellschafter der Intersky. Doch die Schweizer Airline ziehe sich nun überraschend zurück, wie es vonseiten Intersky heisst.
Nun steht die Bodensee-Airline ohne Partner da. Zu den Gründen für die Absage sagt Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack auf Anfrage von TI: «Aufgrund von verschiedenen kommerziellen Aspekten ist Swiss zum Schluss gekommen, im derzeitigen Marktumfeld von einer entsprechenden Kooperation abzusehen.» Die Verhandlungen seien noch im Gange gewesen und es gebe keinerlei Verpflichtungen von Swiss gegenüber Intersky.
Auf die Frage, ob Swiss in Eigenregie eine Kooperation geplant habe, die von der Lufthansa-Gruppe oder einem ihrer Mitglieder nicht goutiert werde, heisst es von Ziesack: «Der Entscheid für die Netzwerkpolitik der Carrier im LH-Verbund liegt bei den jeweiligen Netzwerkverantwortlichen, also in diesem Fall bei Swiss. Die Zusammenarbeit zwischen den Verbund-Airlines läuft gut partnerschaftlich.»
Für Intersky kam der Rückzug der Swiss dennoch überraschend. «Wir haben mehrere Monate verhandelt und alle Details waren grundsätzlich geklärt», versichert Roger Hohl, Leiter Sales und Marketing bei Intersky, auf Anfrage. Laut Hohl wurden nun Anfang der Woche neue Slots angefragt: «Wir möchten unseren Passagieren Flüge zu den besten Tageszeiten anbieten und richten uns nun nach dem Lokalverkehr aus.» So entstünden deutlich bessere Abflugzeiten für den «Point to Point»-Verkehr als die bisherigen Verbindungen, die noch an die Swiss-Wellen angepasst waren. «Da sich die Verbindungen auch ohne eine Zusammenarbeit äusserst positiv entwickeln, werden wir beide Strecken aufrechterhalten, wobei wir bei der Zürich – Salzburg-Verbindung vorübergehend auf die Mittagsrotation verzichten werden», führt Hohl weiter aus.
Die beiden Intersky-Maschinen des Typs Dash8-300Q mit 50 Sitzplätzen bleiben in Graz bzw. Salzburg stationiert. Gemäss Hohl kann Intersky die Absage von Swiss dank der guten Passagierzahlen verschmerzen, dennoch kommt die im Mai angelaufene Marketingoffensive mit um rund 20 Prozent reduzierten Preisen gerade richtig. «Seit der Preisreduktion Anfang Mai verkaufen wir um bis zu 65 Prozent mehr Eco-Flex-Tickets», freut sich Hohl.
Nathalie de Regt



