Bekanntlich ist Swiss daran, ihr Geschäft am Flughafen Genf wo seit Jahren Easyjet dominiert neu aufzustellen. In Kürze sollte der neue Generaldirektor für die Romandie ernannt werden. Die Bereiche Administration und Operations nehmen derweil langsam Form an.
Im April wurde mit Christian Schwab ein Senior Manager Marketing Greater Geneva Area eingestellt. Ihm werden je ein Media and B2C Communication Manager Western Switzerland sowie ein Distribution Executive Western Switzerland unterstellt sein, welche derzeit noch gesucht werden. Weiter wurde mit Nicolas Vareilles ein neuer Senior Manager Business Development rekrutiert. Zu seinen Aufgaben zählt auch die Flugplanung.
Swiss will in Genf rund 90 neue Piloten einstellen. Swiss-Sprecher Mehdi Guenin präzisiert: «Piloten aus der Romandie können auf Wunsch in Genf stationiert werden. Diese werden dann im Europa-Verkehr ab und nach Genf eingesetzt. Wir halten klar fest, dass die Verstärkung der Swiss-Aktivitäten in Genf nur den Europaverkehr betrifft. Unser einziger Interkontinentalflug ab Genf, nach New York, wird weiterhin mit in Zürich stationierten Crews und unter anderem mit Piloten aus der Romandie durchgeführt. Die Basen von Zürich und Genf werden getrennt.»
Des Weiteren werden 150160 Cabin Crew Members gesucht. Für Letztere gibt es allerdings keinen Gesamtarbeitsvertrag, sondern nur Einzelverträge. Dazu Guenin: «Die Einstellungsbedingungen sind dieselben wie in Zürich, mit Einsteigerlöhnen ab CHF 3300. Individuelle Arbeitsverträge ermöglichen es uns, schnell Personal einzustellen, um in Genf rasch loslegen zu können. Parallel dazu wird mit der Gewerkschaft Kapers an einer Vereinbarung gearbeitet.»
Über die Sonntagspresse hat die Kapers allerdings erst einmal mit rechtlichen Schritten gedroht. Sie will genau prüfen, ob die Swiss sich an Schweizer Flugdienstregeln hält oder EU-Standards, sprich schlechtere Flugdienstregelungen übernehmen will. Letzteres wäre laut Kapers unzulässig. Swiss betont, dass Verträge eingehalten werden. Wie sich dies mit dem «neuen Modell» in Genf in Einklang bringen lässt, ist noch nicht deutlich.
Den Begriff «Swiss Light» in Genf mag Guenin nicht hören: «Als nationale Airline bleiben wir auch in Genf die bekannte Swiss. Aufgrund der unterschiedlichen Marktstrukturen in der Romandie und im angrenzenden Frankreich passen wir aber das Angebot in Genf den Kundenwünschen an. In Genf wird auf Point-to-Point und Lokalverkehr gesetzt, in Zürich betreiben wir einen Hub.» Künftig werden die Europastrecken ab Genf also noch zunehmen.
Auch die Tarife werden den Marktkonditionen angepasst. Swiss hat bereits mit Oneway-Tarifen in Genf operiert, künftig sollen aber vor allem die «added value» gepusht werden, wie jüngst die Einführung von «hold my booking» unterstrich.
Dominique Sudan/Jean-Claude Raemy



