Rund 15 Prozent des ab der Schweiz generierten Umsatzes der Swiss
entfällt auf den Flugverkehr nach Asien, der nach Europa (50%)
und dem Nordatlantik (20%) drittwichtigsten Region im Netzwerk der
Airline. Trotz Wirtschaftskrise glaubt Rudolf Schumacher, Head of Sales
& Marketing Schweiz bei der Swiss, an das Potenzial Asiens. Vor
allem China und Indien seien Zukunftsmärkte. Eine Prognose sei
schwierig, aber er ist überzeugt, weiterhin Wachstum im Flugverkehr mit
Asien zu generieren, wenn vorübergehend auch etwas langsamer.
Das grösste Fragezeichen setzt er derzeit bei Thailand: «Die Buchungen
für das ers-te Quartal 2009 sehen sehr gut aus, doch wir wissen noch
nicht, ob all die Kontingente der Tour Operators, die erst einen Monat
vor Abflug die Tickets ausstellen müssen, auch wirklich genutzt werden.
Nach Thailand haben wir den grössten Anteil an Leisure-Kunden. Bei den
kürzlichen Vorkommnissen sind keine Touristen zu Schaden gekommen,
deshalb bin ich optimistisch, dass das Land bald wieder auf die
Erfolgsstrasse zurückkehren wird.»
In Asien spürt Swiss laut Schumacher den im übrigen Netzwerk
festzustellenden allgemeinen Rückgang bei Geschäftsreisen kaum. Das hat
seiner Meinung nach mit wirtschaftlichen Verschiebungen Richtung Asien
und den mittelfristigen Wachstumsprognosen für diese Region zu tun.
Mit Mumbai und Delhi ist Schumacher zufrieden, auch wenn es nach den
Anschlägen in Mumbai einige Annullationen von Gruppenbuchungen nach
Delhi gab. Die Nachfrage nach Shanghai habe wie das gesamte
China unter den Erdbeben in Sichuan, den Olympischen Spielen, der hohen
Hotelpreise, der Tibet-Politik und der restriktiven Visa-Politik
gelitten. Schumacher spricht von erfüllten Erwartungen im
Geschäftsreiseverkehr. Im Leisure-Verkehr sei man aber noch nicht so
weit, wie man es gerne hätte. Shanghai ist denn auch die einzige
Asien-Destination, die von der Ausdünnung im Swiss-Winterflugplan
betroffen ist. Derzeit wird die Metropole fünf Mal pro Woche
angeflogen, ab Sommerflugplan wird dann wieder auf eine tägliche
Verbindung aufgestockt. Schumacher erwartet für dieses Jahr eine klare
Normalisierung und ist überzeugt, die für Shanghai festgelegten Ziele
erreichen zu können.
Über die Entwicklung der Verbindungen nach Tokio und Hongkong ist
Schumacher sehr erfreut. Vor allem die Strecke Hongkong glänze mit
einem ertragsmässig überdurchschnittlichen Resultat. Während bei allen
anderen Zielen der Ticketverkauf sich etwa zur Hälfte auf den Start in
Zürich bzw. in Asien aufteile, wird auf der Tokio-Strecke rund 60% des
Umsatzes in Japan generiert, was auf die zahlreichen Gruppenreisen von
Japanern in die Schweiz zurückzuführen sei.
Per Sommerflugplan erhält Swiss den ersten A330-300 mit der neuen
Business Class. Insgesamt werden neun Maschinen dieses Typs bis 2011
die bisherigen A330-200 ablösen. Ab Sommer wird zudem alle ein bis zwei
Monate eine A340-300 der Flotte umgerüstet. Schumacher: «Ab Anfang 2011
werden wir über neun A330-300, 15 A340-300 und eventuell noch zwei
A330-200 verfügen und im gesamten Langstreckennetz die neue Business
Class anbieten.»
Schumacher geht davon aus, dass die Ticketpreise trotz weltweit
erwartetem Nachfragerückgang im 2009 relativ stabil bleiben werden:
«Fliegen ist im Vergleich zu den Produktionskosten noch immer extrem
günstig. Ein Ticket nach Bangkok ist heute im Vergleich zu 1975,
Kaufkraft bereinigt, 80% günstiger zu haben, gleichzeitig hat sich das
Produkt massiv verbessert. Wir haben vorgesorgt, die notwendigen
Hausaufgaben gemacht, sind für 2009 gut aufgestellt und auf die
Herausforderungen vorberei-tet. Unser klares Ziel: Auch in diesem Jahr
wollen wir einen Profit erwirtschaften.»
Urs Hirt



