Swiss setzt sich für Umwelt ein (Ausgabe 2012-26)

Die Swiss bekennt sich zu den von der IATA formulierten Umweltzielen und nimmt bei der Optimierung des Anflugverfahrens eine Pionierstellung ein.

Die Umweltziele, welche der internationale Luftverkehrsverband IATA formuliert hat, sind ehrgeizig. Einerseits soll die Fuel-Effizienz um durchschnittlich 1,5% pro Jahr von 2009 bis 2020 verbessert werden. Andererseits strebt man ein CO2-freies Wachstum an und begrenzt die CO2-Emissionen der Luftfahrt ab 2020. Drittens sollen die CO2-Emissionen, relativ zu 2005, bis 2050 um 50% reduziert werden.

bereits durch den Ersatz der MD-11 durch den A340 im Jahr 2003 konnte die Swiss eine CO2-Einsparung von 12% erzielen. Dank weiteren Massnahmen konnten der Treibstoffverbrauch und der damit verbundene Ausstoss von Treibhausgasen pro Passagierkilometer in den letzten Jahren um 17% gesenkt werden. Als nächste grössere Massnahme wird der Jumbolino Avro RJ100 voraussichtlich ab 2014 durch die Bombardier CSeries ersetzt, was eine Reduktion von weiteren 25% CO2-Ausstoss pro Passagier nach sich ziehen wird. Dieses Fluggerät ist nicht nur deutlich leichter als das Vorgängermodell, sondern auch um 10 bis 15 Dezibel leiser. Dies entspricht einer Halbierung des Lärms für das menschliche Hörempfinden. Für 2016 ist dann der Ersatz der A340-Flotte geplant. Insgesamt wird die Flottenerneuerung die Swiss rund CHF 4 Mrd. kosten.

Doch nicht nur bei den Fluggeräten, sondern auch bei der Fracht können Einsparungen umgesetzt werden. Bis 2014 werden die rund 1300  LD3-AKE-Container durch neue Lightweight-Container ersetzt, die 21kg leichter sind als die alten. Daraus resultiert eine geschätzte Reduktion der CO2-Emissionen von über 3000 Tonnen im Jahr.

Auch die Entwicklung von alternativen Treibstoffen wird von der Swiss genauestens beobachtet, da diese mittelfristig das grösste Potenzial bieten, um CO2 zu reduzieren. Studien zeigen, dass eine CO2-Reduktion von bis zu 80% gegenüber fossilem Öl im Bereich des Möglichen liegt. Zwar existiert heute die Technologie, um mit nachhaltigen Biotreibstoffen ein Flugzeug zum Abheben zu bringen, und auch die Fluggeräte der Swiss wären darauf vorbereitet, doch sind die alternativen Treibstoffe zurzeit nur in sehr begrenzter Menge vorhanden und somit noch nicht massentauglich. Zusätzlich sind sie um ein Vielfaches teurer als normales Öl. 

Wo sich die Swiss aber in einer Pi-onierstellung befindet, ist bei der Optimierung der Flugwege. Zusammen mit dem Flughafen Zürich und der Flug-sicherung Skyguide hat die Swiss ein neuartiges Verfahren entwickelt, um den CO2-Ausstoss beim Anflug zu minimieren. Das neue Anflugverfahren «Greener Wave» vergibt den kurz vor Ende der Nachtflugsperre ankommenden Maschinen ein klares Zeitfenster von drei Minuten für die Ankunft beim Einflugpunkt nach Zürich, um so Warteschleifen zu vermeiden. Die Auswertung von rund 10000 Flügen hat gezeigt, dass während der ersten Morgenwelle mit der Einführung des Systems «Greener Wave» rund eine Tonne CO2-Emissionen pro Flug eingespart werden kann. Ziel ist es nun, dieses System auch auf andere Airlines und Flughäfen mit eingeschränkten Flugzeiten zur Anwendung zu bringen.

Nathalie de Regt

«Im Europa-Geschäft bringen wir zu wenig Umsatz»

Der neue Leisure-Verkaufschef von Swiss, Michael Gloor, steht vor grossen Herausforderungen.

Vor knapp zwei Monaten hat Michael Gloor bei Swiss den Posten des Head of Leisure Sales Switzerland von Alain Chisari übernommen. Herausforderungen gibt es viele; «gerade im Europa-Geschäft bringen wir zurzeit nicht die Umsätze, die wir uns vor-genommen haben», erklärt Gloor. Insbesondere die Low-Cost-Carriers machen ihm und der Swiss das Leben schwer. Dass auf die kürzlich veranlassten Tarifer-höhungen nun in kurzen Abständen weitere folgen, davon geht Gloor nicht aus. «Insbesondere die Airlines aus Middle East im Langstreckenbereich und die Low-Cost-Carriers im Europa-Geschäft -drücken stark auf die Preise.» 

Immer wieder ein Thema sind auch die Gebühren. «Im Rahmen unserer Sparmassnahmen werden Gebührenanpassungen ständig diskutiert. Dies gilt auch für die Ticket Service Charge und ob man sie abschaffen soll. Man muss dabei aber sehen, dass diese Gebühr auch eine nicht zu vernachlässigende Einnahmequelle ist», so Gloor. Erwähnenswerte Anpassungen von
Gebühren seien kurzfristig aber nicht zu erwarten. 

Auf der Ertragsseite gibt es zurzeit also nicht viel -Optimierungspotenzial. «Wir fokussieren hier auf die Partnerschaften mit unseren Vertriebspartnern, die -unsere Multiplikatoren sind», sagt Gloor. Auf der Aufwandseite bekommen er und sein Team den Spardruck aber auch zu spüren, auch wenn Swiss bereits sehr schlank aufgestellt ist. «Meine Abteilung hat auch eine Liste von Sparmassnahmen erhalten. Meist geht es aber um Prozess-optimierungen im kleinen Rahmen.»

Ein weiteres Thema ist das Multibranding. «Wir repräsen-tieren nicht mehr nur die Swiss, sondern auch unsere -Lufthansa-Gruppenpartner (Lufthansa, Austrian -Airlines und Brussels Airlines), Edelweiss Air und -unsere Nordamerika-Partner United/Continental und Air -Canada. Dies müssen wir intern noch stärker -verinnerlichen.»

SJ