Hotelplan hat diese Woche eine Tiefstpreisgarantie auf Vorreservationen lanciert. Es ist nicht die erste und nicht die letzte dieser Art: Kuoni und Helvetic Tours hatten bereits im Juli Tiefstpreisgarantien auf Vorreservationen der Winterangebote ausgesprochen. TUI und Flex Travel operieren seit längerem mit Tiefstpreisgarantien, ebenso ITS Coop oder auch Easy (gehört zu Hotelplan). Die Liste liesse sich verlängern.
Wen freuts? In erster Linie die Kunden, müsste man meinen. Sie haben die Möglichkeit, auf oft schon günstige Angebote nachträglich sogar noch einen Rabatt zu bekommen. Aber Halt: Dieser wird nur gewährt, wenn ein gleiches Angebot mit identischen Leistungen (Flugtag, Airline, Flugklasse, Hotelkategorie, Zimmertyp, Zusatzdienstleistungen) vorliegt. Zudem muss man das günstigere Konkurrenzangebot schnell ausgemacht haben: Je nach Regelung am selben Buchungstag oder innerhalb einer Woche.
Die Reiseveranstalter nehmen es genau. Zudem gilt der Tiefstpreis nicht beim Vergleich der Katalogpreise, sondern bei gebuchten Angeboten: Es werden nur verfügbare Angebote gematcht. Mehrere Reiseveranstalter geben denn auch übereinstimmend an, dass viele Matching-Anfragen «unerfüllbar» (wenn nicht «unerhört») sind und abgelehnt werden. Schätzungsweise ein Drittel der Ansprucherhebungen auf eine Differenz-Auszahlung im Rahmen der Tiefstpreisgarantie wird von Endkunden direkt eingefordert. Das somd jene Kunden, welche viel Zeit dafür aufwenden, mehrere Kataloge auf vergleichbare Angebote zu durchforsten und dann um einen Rabatt von einigen Franken zu feilschen. Die weit grössere Anzahl der Ansprüche geht bei den TOs aber von Seiten Reisebüros ein.
Der Verdacht liegt nahe, dass Reisebüros nach Abschluss einer Buchung die Konkurrenzangebote durchforsten, die Differenz einfordern und für sich behalten. Der Kunde weiss ja spätestens nach Abschluss der Buchung, von einem möglichen günstigeren Angebot in der Regel nichts. So lassen sich Margen optimieren. Zugeben wird es natürlich kein Reisebüro. Und wenn es kein Kunde merkt, tut es auch niemandem wirklich weh. Es untergräbt aber den Sinn der Tiefstpreisgarantie.
So gesehen nützt die Garantie allen auch den TOs, welche sich für ihr Preiswert-Image mit Zusatzaufwand eindecken. Denn auch wenn es ihnen mit der Tiefstpreisgarantie ernst ist: In erster Linie bleibt diese ein weitgehend risikofreies Marketingtool.



