Werden Rundreisen künftig via Google vermarktet? Ein entsprechendes Tool ist in Entstehung: Ursprünglich für Militärveteranen kreiert, ist der Google Tour Builder seit neustem für alle zugänglich. Auf der gewohnten Karte können eigene Routen angelegt und mit Fotos, Videos und Bewertungen angereichert werden, oder man schaut sich Routen von anderen Usern an.
Der Gedanke liegt nicht fern, dass ein solches Tool auch von Veranstaltern oder Reisebüros vor allem OTAs genutzt werden könnte, um ihre Rundreisen zu veranschaulichen. Und auch das Destination Management vor Ort könnte das Tool marketingtechnisch nutzen. Es fehlt jedoch noch die Möglichkeit, die Routen mit dem entsprechenden Branding zu versehen.
Auch Microsoft beginnt sich zunehmend für den Tourismus zu interessieren. Soeben wurde eine Partnerschaft mit Tripadvisor vereinbart. Dessen Preisvergleichssuche, Fotos und Bewertungen werden nun vorerst nur in den USA in Microsofts Suchmaschine Bing integriert. Sinn und Zweck: Der Prozess von «an die Reise denken» bis zu «die Reise buchen» soll verkürzt und innerhalb einer einzigen Suchmaschine möglich gemacht werden. Bing wird in der Schweiz zwar wenig genutzt, in den USA aber hält sie bereits einen Marktanteil von 17%, Tendenz steigend.
Wenn es um Kooperationen mit IT-Unternehmen geht, ist Tripadvisor sowieso an vorderster Stelle. Ebenfalls in diesen Tagen hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit Pinterest aufgegleist. Das bildlastige soziale Netzwerk streckt die Fühler nach der Tourismusbranche aus und hat dazu das Produkt Place Pins lanciert. Pinterest-Mitglieder können damit Beiträge und Fotos zu einem bestimmten Ort, z.B. Hotels oder Sehenswürdigkeiten, hervorheben.
Tripadvisor ist dort nun auch dabei, was dem Netzwerk auf einen Schlag 17 Millionen Fotos und 125 Millionen Reisetipps als solche Place Pins beschert. Beteiligen wollen sich auch Four Seasons und Airbnb.
Die Place Pins gelten gerade für Gastronomie- und Hotellerieunternehmen als interessanter Marketingkanal. Eine Studie hat errechnet, dass ein einzelner Pin mittlerweile 78 Cents an Verkäufen generiert und zwei Seitenbesuche einbringt immerhin, und das Produkt steckt ja erst in den Anfängen.
Und dann ist da noch IBM mit ihrem Supercomputer «Watson». Seine künstliche Intelligenz hatte er früher bereits im TV-Quiz «Jeopardy» bewiesen, jetzt soll er für alle Branchen geöffnet werden. Man füttert ihn mit Informationen, wobei er die «Sprache» der Branche lernt und anschliessend in der Lage sein soll, einen interaktiven Verkaufsprozess durchzuführen. Als Beispiel nennt IBM: «Eine Airline könnte so virtuelle Travel Agents kreieren, welche eine massgeschneiderte Empfehlung an die Kunden abgeben können.»
Stefan Jäggi



