Noch im Frühjahr dieses Jahres betonte Alfred Ötsch, CEO der Austrian
Airlines, es gäbe keinen Grund, an der Eigenständigkeit der
österreichischen Fluggesellschaft zu rütteln. Anfang August dann der
abrupte Meinungswandel: Die AUA, bis anhin noch eine der wenigen
Airlines, bei welcher der Staat das Sagen hat, soll privatisiert, die
knapp 42 Prozent, welche die Österreichische Industrie-Holding AG
(ÖIAG) noch hält, verkauft werden.
Als offizieller Grund wurden die stark gestiegenen Treibstoffkosten
genannt, welche zu einer Korrektur der Hochrechnung und damit einem
unterdessen antizipierten Verlust von 100 bis 125 Mio. Euro für 2008
führten. Die Regierung stimmte der Privatisierung unter der Bedingung
zu, dass eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie weiterhin
in österreichischer Hand sowie der Firmensitz im Land verbleibe und das
Unternehmen seinen Namen behalte.
Die Eingabefrist für unverbindliche Angebote wurde auf den 12.
September 2008 gelegt. Nachdem die Turkish Airlines wegen eines
Formfehlers aus dem Rennen ausgeschieden war und British Airways sich
aus dem Bieterprozess zurückgezogen hatte, waren es am Dienstag Air
France-KLM, Lufthansa und die russische S7, welche verbindliche
Angebote einreichten.
Als wahrscheinlicher strategischer Partner wird die Lufthansa
gehandelt, welche bereits durch die «Star Alliance» Partner der AUA
ist. Die Attraktivität einer Übernahme dürfte für die deutsche
Fluggesellschaft in erster Linie im Drehkreuz Wien sowie dem
Streckennetz der AUA nach Osteuropa liegen.
Auch wenn in Anbetracht der ungünstigen Konjunkturlagen vermehrt
Stimmen laut werden, die sich für eine Verschiebung des Verkaufes
aussprechen, soll der endgültige Entscheid über die Partnerwahl
weiterhin am 27.10. gefällt und am 28. Oktober offiziell präsentiert
werden (Stand Redaktionsschluss).
FIM



