Turkish Airlines baut einen Mini-Hub in Bangkok auf (Ausgabe 2010-20)

Die Flüge zwischen Istanbul und Bangkok sollen aufgestockt werden.

Unabhängig von den politischen Unruhen in Bangkok hat Turkish Airlines
(TK) nun beschlossen, in Bangkok einen Mini-Hub aufzubauen. Die
türkische Fluggesellschaft bedient die thailändische Metropole heute
täglich, ab Oktober 2010 sei eine Aufstockung auf elf wöchentliche
Flüge zwischen Istanbul und Bangkok geplant, wie  Adnan Aykac,
General Manager für Thailand, Vietnam und Kambodscha von Turkish
Airlines, erklärt. Vom Hauptsitz in Istanbul wird diese
Kapazitätserweiterung zwar noch nicht offiziell bestätigt, laut Aykac
geht diese Aufstockung der Bangkok-Verbindungen einher mit der
Einführung der Flüge nach Ho Chi Minh Stadt, die viermal wöchentlich
via Bangkok durchgeführt werden sollen.

«Ho Chi Minh Stadt ist Teil des Aufbaus einer Mini-Drehscheibe in
Bangkok. Wir planen zudem eine Verbindung nach Manila, die Anfang 2011
aufgenommen werden könnte. Ausserdem hoffen wir, die ‹Fifth
Freedom›-Verkehrsrechte zwischen Manila und Bangkok zu erhalten. Unsere
Maschine ist derzeit für rund zehn Stunden in Thailand stationiert –
warum sollten wir sie nicht auch auf andern Strecken einsetzen?», so
Aykac.

Auf den Flügen nach Thailand sollen Maschinen des Typs Boeing 777-300
mit drei Klassen eingesetzt werden. Hinsichtlich eines Codeshares mit
Thai Airways sind die Verhandlungen zwar etwas im Verzug, dennoch ist
Aykac zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommen wird. «Wir
können Thai Airways um die 30000 Umsteigepassagiere nach Australien und
in die restlichen asiatischen Destinationen herbeischaffen», beteuert
der GM.

Heute ist Thailand in Europa eine der nachfragestärksten Destinationen
und Turkish Airlines bietet für Anschlussflüge von und nach Bangkok ein
Netzwerk von über 60 europäischen Destinationen. «Unser Markt auf der
Achse Istanbul–Bangkok setzt sich aus 55 Prozent Europäern und 20
Prozent türkischen oder thailändischen Staatsangehörigen zusammen.
Insbesondere haben wir eine grosse Kundschaft aus Skandinavien,
Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Spanien», führt Aykac aus.

Doch damit ist die Expansion von Turkish Airlines längst noch nicht
abgeschlossen, denn die Fluggesellschaft hat weitere
Langstreckenmaschinen bestellt.
Sollte die Airline die zusätzlichen Bangkok-Verbindungen erhalten,
würde die erneute Aufnahme der Verbindung nach Kuala Lumpur wieder zur
Diskussion stehen sowie eine Frequenzerhöhung nach Peking und die
Aufnahme von Guangzhou und Taipei ins TK-Streckennetz, so der General
Manager.

Levent Selvili, Schweiz-Direktor von Turkish Airlines, ewartet durch
den Ausbau in Asien ebenfalls ein Wachstum in der Schweiz, denn durch
die geografische Lage eigne sich Istanbul sehr gut als
Umsteigeflughafen zwischen Europa und Asien. «Wir wollen im asiatischen
Markt sowie auch in Middle East und Afrika wachsen. Dies gehört zu den
wichtigsten Zielen von Turkish Airlines», so Selvili.

Simon Benz/Luc Citrinot