Seit Ende Januar amtet Levent Selvili als neuer Schweiz-Direktor von
Turkish Airlines (TK). Zuvor war er Regional Director für Westeuropa
und Afrika.
Selvili kann auf ein erfolgreiches Finanzjahr 2007 zurückblicken, denn
die Fluggesellschaft machte einen Umsatz von USD 3,6 Milliarden und
verzeichnete mit USD 420 Millionen einen operativen Rekordgewinn. Der
Nettogewinn belief sich mit USD 224 Millionen um 80% über Vorjahr. Die
Einnahmen der Airline verzeichnen laut Selvili seit 2001 ein konstantes
Wachstum von durchschnittlich 13%. Dieser Erfolg sei auch auf die
günstige Lage Istanbuls zurückzuführen: «Von Istanbul aus sind 56
Metropolen in nur 3,5 Flugstunden erreichbar. Wir können die
Destinationen mit Narrowbody-Maschinen anfliegen und dadurch eine
höhere Frequenz mit tieferen Kosten erreichen.»
Derzeit verfügt die Airline über 103 Maschinen mit einer
Sitzplatzkapazität von 17664 Plätzen und fliegt über 140 Destinationen
in 69 Ländern an. Ab Zürich gibt es 14 und ab Genf neun wöchentliche
Flüge nach Istanbul. Ab Basel fliegt TK viermal wöchentlich nach
Istanbul und einmal nach Ankara (ESB). Die Verbindung ZürichAnkara
wurde laut Selvili wegen zu geringer Auslastung vor einem Jahr aus dem
Flugplan gestrichen. Dennoch ist er sich sicher, dass der seit 41
Jahren von der TK bediente Schweizer Markt auch künftig wachsen wird.
Weltweit transportierte Turkish Airlines im letzten Jahr 19,6 Millionen
Passagiere. Aus der Schweiz waren es rund 148000 Passagiere (zirka
76000 Passagiere ab Zürich, 48000 ab Genf und 24000 ab Basel). Die
Kapazität solle noch in diesem Jahr erhöht werden, da die Schweiz ein
Schlüsselmarkt und ein Hub zu Europa sei, so Selvili. «Der Double-Daily
ab Zürich zeigt die Wichtigkeit der Destination. Diese Rotation soll
auch im Winterflugplan 2008/09 beibehalten werden.»
Seit dem 1. April 2008 ist Turkish Airlines ein vollwertiges Mitglied
der Star Alliance. Für Selvili war dies ein grosser Schritt, da sich
dies für die Airline sehr positiv auswirkt: «Erstens steht der Beitritt
zur Star Alliance für eine hochstehende Qualität und zweitens können
die Passagiere nun auch bei Turkish Airlines vom
Miles&More-Bonusprogramm profitieren.»
Die TK-Tochter Anatolian Jet ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz
in Ankara, die seit dem 23. April Inlandsflüge innerhalb der Türkei
anbietet. Ziel der Airline sei es, so Selvili, irgendwann auch
internationale Ziele anzufliegen: «Es könnte sein, dass auch Basel
angeflogen wird, schliesslich ist Basel mit den vielen
Low-Cost-Carriers eine preisbewusste Destination. Konkrete Pläne über
den Ausbau des Streckennetzes von Anatolian Jet gibt es noch keine,
aber der Handlungsspielraum von TK wird durch das Standbein im
Billig-Segment auf alle Fälle vergrössert.»
Simon Benz



