Turkish Airlines will 30% mehr Pax wegen viertem Zürich-Flug (Ausgabe 2013-20)

Suayb Özhan (General Manager Zürich) erklärt, wie das Schweiz-Geschäft läuft und welche Ziele Turkish Airlines in Zukunft verfolgt.

Herr Özhan, wie gestaltete sich das Geschäft von Turkish Airlines im 2012?

Im vergangenen Jahr beförderte Turkish Airlines 39 Mio. Passagiere, eine Zunahme von 20 Prozent gegenüber 2011. Damit liegen wir auf dem 3. Rang innerhalb der Mitglieder der Association of European Airlines (AEA). Die Anzahl angebotener und verkaufter Sitzkilometer erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 18 bzw. 26 Prozent. Trotz der erhöhten Kapazitäten stieg die Auslastung unserer Maschinen um 4,8 Prozentpunkte auf 77,4 Prozent.

Die TK-Flotte bestand 2012 aus 202 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 6,6 Jahren – damit haben wir eine der jüngsten Flotten der Welt. Im 2012 hat Turkish Airlines ausserdem 34 neue Strecken eröffnet und bei den Skytrax World Airline Awards 2012 wurden wir zum zweiten Mal in Folge als Beste Airline in Europa gewählt.

Und wie lief das Schweiz-Geschäft?

Auch hier waren wir im Vergleich zu 2011 sehr erfolgreich. Ich gehe davon aus, dass 2013 sogar noch besser laufen wird als 2012. Wir haben unsere Kapazitäten beträchtlich um 32 Prozent erhöht und auch die Auslastung hat um 5 Prozentpunkte zugenommen. 

Hat sich das Geschäft an den Flughäfen Zürich, Basel und Genf ähnlich gut entwickelt?

Alle drei Flughäfen entwickeln sich sehr positiv für Turkish Airlines. Wir haben die Kapazitäten auf den Zürich-Verbindungen erhöht und in Genf wurde auf drei tägliche Flüge aufgestockt – die Passagierzahlen wie auch die Auslastung der Maschinen haben sich erhöht. In Basel haben wir 2012 um einen Flug auf acht wöchentliche Verbindungen aufgestockt und auch hier konnten wir Auslastung und Passagierzahlen steigern.

In Zürich wurde im April auf vier tägliche Flüge erhöht. Welche Geschäftsentwicklung erhoffen Sie sich davon?

In Zürich erwarten wir eine Verkaufssteigerung um 30 Prozent, denn trotz des zusätzlichen Fluges steigt die Auslastung auf allen vier Flügen. An den anderen beiden Schweizer Flughäfen werden wir unseren Sommerflugplan wie vorgesehen durchführen.

Welche Ferndestinationen von Turkish Airlines sind bei den Schweizern am beliebtesten?

Bei unseren Schweizer Fluggästen sind Seoul, Bangkok, Shanghai und Singapur die nachfragestärksten Fernstrecken. Grundsätzlich verzeichnen wir auf jeder neuen Fernstrecke auch eine Nachfrage aus der Schweiz.

Welche Destinationen werden dieses Jahr neu angeflogen?

Unter Vorbehalt der Genehmigung der entsprechenden Behörden planen wir die Eröffnung zahlreicher neuer Routen. Die Strecken nach Libreville, Colombo, Houston, Aqaba, Kuala Lumpur und Friedrichshafen wurden bereits eröffnet. Santiago de Compostela, Constanta in Rumänien, Malta und Salzburg werden in Kürze eröffnet. Zudem werden derzeit weitere neue Strecken evaluiert. 

Wie steht es mit der Planung für den Flug nach Sydney, welche die längste Verbindung der Welt werden würde?

Wir werden in dieser Angelegenheit weitere Abklärungen treffen. Eine offizielle Entscheidung steht heute aber noch nicht fest.

In welchem Rahmen wird die Flotte von Turkish Airlines künftig wachsen?

Wir haben kürzlich zwei riesige Aufträge für den Kauf von 252 Flugzeugen erteilt. Bei Airbus handelt es sich um den Kauf von 137 Maschinen inklusive Optionen. Dies beinhaltet 117 Maschinen aus der A320 CEO- und NEO-Familie, die bis 2020 ausgeliefert werden, sowie 20 Airbus A330-300. Bei Boeing haben wir – inklusive Optionen – 115 Maschinen bestellt: 95 Maschinen der B737 NG- und MAX-Familie, die ebenfalls bis 2020 geliefert werden sollen, und 20 B777-300ER.

Vor diesem Hintergrund kommt es uns sehr entgegen, dass Istanbul zusätzlich zu den beiden bestehenden Flughäfen Atatürk und Sabiha Gökcen einen dritten Hauptstadtflughafen erhält. Der neue Airport wird über sechs Pisten verfügen und hat eine Kapazität von 150 Mio. Passagieren pro Jahr. Damit wird der Nachfrage nach internationalen und auch Domestic-Reisenden entsprochen. Das wird der Türkei, und damit auch Turkish Airlines, zu weiterem Wachstum verhelfen.

Sieht sich Turkish Airlines denn als Konkurrent zu den Golf-Carriern?

Bei Turkish Airlines schätzen wir unsere Passagiere genauso wie den Wettbewerb. Unsere Hauptmitbewerber motivieren uns, was uns letztlich zum Erfolg verhilft. Einige der grössten Mitbewerber, die in den gleichen Märkten wie wir aktiv operieren, sind aufgrund kommerzieller Kooperationen zugleich auch unsere Partner. Es wäre also falsch, zu sagen, dass unser Hauptanliegen die Konkurrenz zu den arabischen Carriern sei. Unsere Hauptanforderung ist es, immer im Wettbewerb mit uns selbst zu stehen, um die höchste Zufriedenheit unserer Gäste gewährleisten zu können.

Simon Benz