Universal erweitert Angebot an Appartements und Spezialreisen (Ausgabe 2011-01)

Universal blickt auf ein mässiges Jahr 2010 zurück. Die zweite Jahreshälfte zeigt aber eine Tendenz nach oben.

Nach einem schwachen 2009 hat sich die Reisebranche im Jahr 2010 etwas stabilisiert – das gilt auch für Universal Flugreisen. Die Familienstiftung geht mit der Veröffentlichung von Zahlen traditionellerweise sparsam um. Geschäftsführer Daniel H. Stauffer gibt aber bekannt, dass die Anzahl Pax auf Vorjahresniveau war und der Umsatz sogar leicht erhöht werden konnte, das heisst es wurden im Durchschnitt etwas teurere Arrangements gebucht. 

Das Geschäftsergebnis sei ebenfalls besser als im Vorjahr. Dies ist laut Stauffer unter anderem darauf zurückzuführen, dass einzelne Flüge zusammengelegt werden konnten und Personalabgänge nicht ersetzt wurden. «Vor allem aber hat uns eine starke zweite Jahreshälfte gerettet», sagt Stauffer, «zuvor war das Geschäft wegen der Aschewolke zwei Monate lang tot.»

Allein mit dem Schweizer Markt lassen sich die zwölf Universal-eigenen Hotels allerdings schon länger nicht mehr füllen. «Seit drei bis vier Jahren lassen wir auch fremde Tour Operators unsere Hotels buchen», sagt Stauffer. So sind vor allem im Sommer auch Spanier, Portugiesen, Deutsche oder Engländer in den Hotels anzutreffen.

Der Anteil der fremden Veranstalter macht laut Stauffer im Schnitt rund 15 Prozent aus, Tendenz stagnierend. Für sie gelten einige Einschränkungen: Ausländische Veranstalter dürfen nicht in der Schweiz verkaufen, nicht ab der Schweiz fliegen, und die Zimmernummer kann auch nicht gewünscht werden.

Mitte November startete Universal mit seinem Mallorca-Katalog ins Jahr 2011. Dazu gibt es ein ganzes Bündel von Flyern für Spe-zialreisen, unter anderem für Golfferien, eine Lauf-sportwoche, eine Musik-, Jass- und Wanderwoche sowie für exotischere Aktivitäten wie etwa Hatha-Yoga und Zen-Meditation oder Line Dance. «88 Prozent unserer Buchungen sind reine Badeferien in unseren eigenen Hotels», sagt Stauffer, «dennoch werden immer mehr Spezialreisen verlangt.»

Als Beispiel führt er die Wanderwoche auf: Bis vor drei Jahren hatte Universal noch gar kein Wanderprogramm im Angebot, die Kunden konnten sich vor Ort für die Wanderungen anmelden. Als man die Spezial-Wanderwoche erstmals ausschrieb, war sie sofort ausgebucht. «Die Kunden wollen ihre Ferien im Voraus planen und auf Nummer sicher gehen», folgert Stauffer daraus.

So sind im Katalog 2011 nebst individuellen Wanderferien auch vier Spezial-Wanderwochen aufgeführt, die für Reisebüros kommissioniert werden. Universal bietet im 2011 zudem erstmals eine Kulturreise unter der Leitung von CEO Phi-lippe C. Erhart an. 

Wichtigste Änderung bei den Unterkünften sind die Laguna Appartements, die in Canyamel neu angeboten werden. «Appartements werden bei Familien immer beliebter, und insbesondere Canyamel ist für Familien besonders attraktiv», begründet Stauffer diese Neuerung. Die Appartements befinden sich drei Gehminuten vom Hotel Laguna entfernt und werden auf einer Preisbasis von sechs Personen berechnet. Sie verfügen über voll aus-gerüstete Küchen, können aber auch mit Halb-, Voll-pension oder Frühstück im Hotel Laguna gebucht werden.

Ansonsten finden sich keine grösseren Neuerungen im Programm. Der vor einem Jahr lancierte Prima-Preis wird weitergeführt, bei dem in jedem Hotel ein Kontingent an leicht verbilligten Preisen vorhanden ist. Auf Last-Minute-Schnäppchen verzichtet Universal hingegen erneut – man wolle die Kunden, die bereits vorher zum vollen Preis gebucht hätten, nicht verärgern.

Dem kommendem Jahr sieht Stauffer zuversichtlich entgegen: «Die Konjunktur erholt sich. Darauf werden auch die Familien reagieren.» In Zukunft wolle sich Universal vor allem qualitativ weiter verbessern und den Online-Vertrieb intensivieren. Heute machen die Internet-Direktbuchungen lediglich zehn Prozent des gesamten Umsatzes aus.  

«Für Spezialwünsche, Zimmernummern, Verbindungstüren etc. bietet das Internet noch zu wenig Möglichkeiten, daher ist der direkte Kontakt mit unserem Callcenter immer noch sehr nützlich», erklärt Stauffer. Künftig können Reisebüros aber einen Universal-Link gratis auf ihrer Homepage einbetten, der zu den Angeboten führt; der Kunde bleibt dabei auf der Page des Reisebüros.

Stefan Jäggi

Universal ist flexibler geworden

Laut Geschäftsführer Daniel H. Stauffer ist Universal Flugreisen der einzige Veranstalter Europas, bei dem die Zimmernummern im Voraus gebucht werden können. Dies funktioniert vor allem dank einem starren Gebilde, bei dem die Kunden von Sonntag bis Sonntag fliegen. Andere Buchungen, beispielsweise für zehn Tage, sind inzwischen aber möglich. «Wir sind flexibler geworden im Vergleich zu früher», sagt Stauffer. Die flexiblen Reisen unterliegen aber Einschränkungen: Sie sind nicht über Tournet buchbar, und die Zimmernummer ist nicht mehr wählbar, da die Zimmer ansonsten jeweils lange leer stehen würden.

SJ